Operation Arsenal – ein Spielfilm über eine polnische Legende (mit Gewinnspiel)

(MK) 2014 war besonders in einer Hinsicht ein besonderes Jahr für den polnischen Film: zum 70. Mal jährte sich im letzten Jahr der Warschauer Aufstand. Gleich mehrere Filme setzten sich, unter großer Beachtung der Öffentlichkeit, mit der Thematik auseinander. Zum Beispiel die Filme „Warsaw Uprising“ und „Warsaw 44“. Der Film „Operation Arsenal“ ist nun am 4. August 2015 auf DVD (und Blu-ray) erschienen. In Polen haben Robert Glińskis Film bereits um die 830.000 Menschen gesehen. Bei uns kann man ihn zum Anschauen daheim gewinnen.

Die Operation Arsenal (poln. „Akcja pod Arsenałem„) ging als wahre Begebenheit in die Geschichte ein. Das ist das Erste, was man zum Hintergrund wissen sollte. Am 26. März 1943 wurden 21 Gefangene in Warschau aus den Händen der Nazis befreit: Verantwortlich war die polnische Pfadfinderbewegung mit dem Decknamen „Szare Szeregi“ (deutsch: Graue Reihen), die in Polen bis heute berühmt ist. In Deutschland ist die Bewegung jedoch nahezu unbekannt. 1939 gegründet, führte sie während des II. Weltkriegs viele ähnliche spektakuläre Aktionen durch und beteiligten sich ebenfalls am Warschauer Aufstand. „Szare Szeregi“ ist der Titel eines noch heute gesungenen Pfadfinderliedes. All diese Tatsachen erklären, wieso das Pfadfindertum in Polen in seinen Wurzeln so stark verwoben ist mit den Kämpfen um die nationale Unabhängigkeit.

Historisches Foto: Kämpferin und Kämpfer der Szare Szeregi im Warschauer Aufstand (Commons)

Historisches Foto: Kämpferin und Kämpfer der Szare Szeregi im Warschauer Aufstand (Wikimedia Commons, public domain)

Der Regisseur Jan Komasa hatte sich in Warsaw Uprising darum bemüht, die Kriegsthematik insbesondere dem jüngeren Publikum nahezubringen, und genau das kann man auch bei „Operation Arsenal“ feststellen. Es handelt sich dabei um einen Kriegsfilm, das ist klar, und Kriegsfilme sind nicht jedermanns Sache – insbesondere wenn es Folterszenen gibt, wie in „Operation Arsenal“. Aber vor allem zu Beginn fällt aber deutlich auf, dass die Charaktere als Jugendliche gezeigt werden, und erst nach und nach in den Ernst der Lage hineinwuchsen – hineinwachsen mussten. Während sie zu Beginn noch Naziflaggen mit polnischen Flaggen austauschen, Flugblätter verteilen und sich – ziemlich amateurhaft – Schusswaffen organisieren, müssen sie sich bald um die Rettung eines eigenen Kameraden kümmern, der unter den Personen war, die von der Gestapo verhaftet wurden.

Der Film basiert auf dem Buch „Kamienie na szaniec“ aus dem Jahr 1943 von Aleksander Kamiński, der selbst Teil der „Szare Szeregi“ war, und auch eine polnische Berühmtheit ist: Viele polnische Schulen, Kulturzentren u.a. sind nach ihm benannt. Das Buch wurde bereits 1977 unter Regie von Jan Łomnicki verfilmt, mit dem Titel „Akcja pod Arsenałem“.

„Operation Arsenal“ erzählt diese Geschichte auf eine anschauliche Weise und es wird deutlich, dass versucht wurde, der Emotionalität des Themas gerecht zu werden. Die Besucherzahlen in Polen sprechen für sich, trotzdem gab es nicht nur Lob für die Verfilmung. Die Pfadfindervereinigung „Fundacja Harcerstwa Drugiego Stulecia“ und der Zeitzeuge Marek Podwysocki distanzierten sich von dem Film, er sei wenig zeitengetreu. Bei Wojciech Feleszko, Nachkomme Kamińskis und Rechteinhaber seiner Schriften, und Grzegorz Nowik, dem historischen Berater im Rahmen des Filmdrehs ging die Kritik sogar so weit, dass sie ihre Namen im Abspann entfernen ließen.

Was bleibt hier zu sagen? Überzeugt Euch selbst! Eine Möglichkeit bekommt ihr gleich hier bei unserem Gewinnspiel zum Thema (begrenzte Laufzeit, nach Ablauf am 04.9.2015 um 24:00 Uhr funktioniert der Link nicht mehr).

Operation Arsenal (poln. „Kamienie na szaniec“), Polen 2014, 90 min
Regie: Robert Gliński
Cast: Tomasz Zietek, Marcel Sabat, Kamil Szeptycki, Magdalena Kolesnik
Altersfreigabe: 16
Deutscher Filmstart: 4. August 201

Bildquelle im Artikel: Warsaw_Uprising_boyscouts. Jerzy Tomaszewski [Public domain], via Wikimedia Commons

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