Parken in polnischen Stadtzentren

Halteverbor besser beachten. Photo: Polen.pl (BD)

Halteverbote auch in Polen besser beachten

(Warschau, BD) Schon Herbert Grönemeyer sang in ‚Mambo‘ aus voller Inbrunst über die Parkplatzssuche und die damit verbundenen Seelennöte. Würde es den Text – ‚Ich finde keinen Parkplatz, ich komm‘ zu spät zu Dir, Schatz…‚ auch auf Polnisch geben, vermutlich würde er in vielen polnischen Autos auf voller Lautstärke laufen. Neben den Autobahnsorgen (siehe unseren sonntäglichen Kommentar) treibt das Suchen und Finden von Parkplätzen vielen Bürgern des Landes regelmäßig den Blutdruck in die Höhe.

Festzuhalten bleibt: Einen Parkplatz zu finden, zum Beispiel im Stadtkern einer polnischen Stadt, ist kein triviales Unterfangen mehr. Gedankt ist es der massiven motorisierten Aufrüstung im Land in den vergangenen Jahren, der Parkplatzbau hat vielfach nicht Schritt gehalten. In den meisten Städten hat man daher gebührenpflichtige Parkzonen eingerichtet, die – zum Glück für Wochenendausflügler – in den meisten Fällen keine Gültigkeit an Wochenenden haben. Eine Stunde Parken kostet meist um die zwei Złoty. Allerdings steigt der Preis oft mit der Dauer der Parkens.

Die jeweiligen Parkscheinautomaten nehmen des öfteren keine Geldscheine an, daher sollte man polnische Münzen im Portemonnaie bereit haben. Die maximale Park-Zeitdauer pro Zahlvorgang ist begrenzt und liegt meistens bei etwa zwei Stunden.

Abschleppen ist selten – wenn es passiert, wird es kompliziert

Aus Deutschland nicht unbekannt, und in Polen genau so möglich: Wer aufgrund der Widrigkeiten des Parkplatzsuchens auf ‚wildes Parken’umsteigt, muss mit unangenehmen Konsequenzen rechnen. Beim ‚gravierenden‘ Falschparken‘ kann es passieren, dass der Wagen auf Kosten des Wageninhabers abgeschleppt wird. Der Vorgang, den Wagen wieder ausgehändigt zu bekommen, ist aus unserer persönlichen Erfahrung zeit- und kostenaufwendig. Ein Ding für geduldige Gemüter.

Abgeschleppt zu werden passiert in Polen eher selten. Photo: Polen.pl (BD)

Abgeschleppt zu werden passiert in Polen eher selten. Foto: Polen.pl (BD)

Von der Protokollaufnahme bei der ‚Stadtwacht‘ (Polnisch: straż miejska) geht es zum meist ausserhalb der Stadt gelegenen Parkplatz. Ohne Auto, versteht sich, denn das ist ja abgeschleppt. So kann ein Falschparker-Sündenfall schnell einige Stunden eines wertvollen Urlaubs- oder Arbeitstags kosten. Wie immer korrespondiert die Erfahrung, die im Einzelfall gemacht wird, auch mit der Sympathie zum jeweils zuständigen Stadtpolizisten. Wenn dazu noch Verständigungsprobleme kommen, wird es noch spannender.

Auch die Geldbörse bleibt für den Falschparker nicht unberührt: Bei dem Vorgang wird man einige Hundert Złoty leichter. Wenn es also passiert sein sollte, dass der Wagen abgeschleppt wurde: lieber direkt vorher einen Geldautomaten ansteuern. Dann unbedingt genau anfragen, auf welches Bankkonto das Strafgeld beim Postamt einzuzahlen ist; bei einem Irrtum wird die behördliche Irrfahrt noch ein wenig verlängert.

Unser Tipp: Falls sie unsicher sein sollten, ob sie im Parkverbot stehen, lieber zehn Zloty investieren und in einem Einkaufszentrum parken. Dort können sie meist sogar Ihre Visa- oder Mastercard aus der Tasche ziehen und das Problemchen mit dem Kleingeld vermeiden. Noch besser: Die Strassenbahn oder den Nahverkehrszug nehmen. Diese Verkehrsmittel sind billig und gewissermaßen ‚garantiert falschparkgeschützt‘.

 

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