Nur langsam über die Oder…

Berlin-Warszawa-Express von Berlin nach Warschau. Foto: Polen.pl (JW)

Berlin-Warszawa-Express von Berlin nach Warschau. Foto: Polen.pl (JW)

(Warszawa, BD) ‚Nur langsam über die Oder…‘: So tituliert Piotr Jendroszczyk seinen Kurzbericht in der gestrigen Ausgabe von Rzeczpospolita über die Qualität der Bahnverbindung zwischen Polen und Deutschland.

Sechs Stunden braucht der Zug…

Für die 329 km lange Entfernung zwischen Wroclaw (Breslau) und Berlin braucht der Zug heute etwa sechs Stunden. Kaum schneller als eine Dampflok für diese Strecke in 1883 benötigte, als die Linie in Betrieb genommen wurde. Etwas weniger lang dauert die Reise Warszawa (Warschau) – Berlin. Hier kommt der Zug allerdings regelmässig zu spät an. Mehr als zwei Stunden fährt die Bahn heute von Szczecin (Stettin) nach Berlin, fährt Jendroszczyk fort.

Der Wille ist nicht da

‚Es fehlt der politische Wille‘ wird Michael Cramer von den Grünen in Deutschland zitiert. Cramer ist davon überzeugt, dass die Schuld auf der Seite deutscher Politik liegt, schreibt die Rzeczpospolita. Nach wie vor fehlt es an Plänen, wie und wann die Elektrifizierung der Verbindung Dresden-Ostgrenze durchgeführt werden soll. Und das trotz einer Verpflichtung, die Deutschland bereits vor Jahren einging. Eine Modernisierung der Verbindung Cottbus-Horka sei zur Zeit nicht möglich, sagte Vera Moosmeyer vom Bundesministerium für Verkehr, so die polnische Tageszeitung weiter. Bei der Elektrifizierung der Bahnstrecke Berlin-Szczecin kommt man auf deutscher Seite ebenfalls nicht voran, obwohl die polnische Seite bereits Ihren Teil fertiggestellt habe.

Ministerium uninteressiert

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung hat wenig Interesse, die grenzüberschreitende Ost-West Anbindung nachhaltig zu verbessern, meint Cramer. Der verantwortliche Minister, Peter Ramsauer, stamme aus Bayern. Cramer wird weiter zitiert: Lieber baue er die Verbindung Stuttgart-München aus. Die Deutsche Bahn muss sich dem Willen der Politiker beugen, heißt es in dem Beitrag darüber hinaus; gleichzeitig soll die Deutsche Bahn gar nicht daran interessiert sein, den polnischen Bahnen die Verbindung zum Westen schnell zu erleichtern.

Kritik wird offener

‚Es findet sich immer einen andere Bahnverbindung, der Vorzug bei der Modernisierung gewährt wird…‘, stellt Marek Prawda , ein polnischer Diplomat, mit bitterer Ironie fest (siehe Bericht der Märkischen Zeitung und auch unser Beitrag von der Veranstaltung der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Bundesverband). Brandenburg könnte zudem EU-Mittel für diese Art von Vorhaben beantragen. Dies sei aber ohne die Unterstützung der deutschen Bundesregierung unmöglich.

Der Autor des Artikels Piotr Jendroszczyk erklärt sich zum Schluss seines Artikels  bereit, weitere Fragen per E-Mail zu beantworten: Wer das in Anspruch nehmen möchte, schreibt an p.jendroszczyk (at) rp.pl

Lesen Sie unseren ausführlichen Bericht zur gleichen Thematik vom 6. September

 

 

 

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  1. BMT

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