Polen für den Gesundheitsurlaub – Ergebnisse einer Studie

Strand in Kolobrzeg (Kolberg). Foto: Polen.pl (JW)

Urlaubsziel Kurhotel? Ein Schwerpunkt-Urlaubsgrund der deutschen Urlauber wurde bei einer Studie bestätigt.

(Berlin, JW) Vor kurzem schrieb ich über ein paar Ergebnisse einer Reisemarktstudie des ADAC. Etwa zeitgleich erschien eine andere Analyse mit einem ähnlichen Thema, deren Kurzfassung ich nur leider erst etwas später in meinem E-Mail-Postfach wiederfand. Nun kann man lange über die Ordnung in meinem E-Mail-Postfach lamentieren, aber das überlasse ich besser anderen. Interessant ist diese Studie mit dem Titel ‚RA Reiseanalyse‘ auf jeden Fall auch, zumal sie sogar etwas detaillierter über das Reiseverhalten von Deutschen in Polen Auskunft gibt, als es die Untersuchung des ADAC tut.

Bestandsaufnahme 2011: Trend gleich, Zahlen unterschiedlich

Die Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. aus Kiel stellt ebenfalls eine Bestandsaufnahme des Reiseverhaltens 2011 und der Perspektiven für 2012 – wie die ADAC-Untersuchung – dar. Demnach – auch hier existiert wie in der Studie des ADAC – die Rubrik ‚Osteuropa‘, sind 2011 etwas weniger Menschen nach Osteuropa gereist als 2010: Nämlich sieben Prozent ausgehend von der befragten gereisten Grundgesamtheit. Das sind prozentual fast doppelt so viel wie bei der anderen Befragung. 2,3 Prozent zog es nach dieser Untersuchung 2011 nach Polen, womit das Land immerhin noch vor Dänemark und den Niederlanden lag; nur knapp hinter Griechenland (2,6 Prozent), Kroatien (2,7 Prozent) und Frankreich (3,0 Prozent). In den uns vorliegenden ersten Ergebnissen ist noch kein Ausblick auf 2012 ausgewiesen.

Kürzere Urlaube und direktere Buchungen

Auch in dieser Studie wurde bestätigt: Der Trend zu kürzeren Reisen hält an. Außerdem verliert der PKW wiederum gegenüber Bus und Bahn einen kleinen Teil des Marktanteils als Verkehrsmittel für die Urlaubsreise. Hotels werden nach wie vor deutlich häufiger genutzt (in absoluten Zahlen) als alle anderen Unterkunftstypen, etwa Ferienwohnungen oder Ferienhäuser. Die Studienautoren sehen Reisebüros und Pauschalreisen bei den Verlierern; dennoch sind Pauschalreisen immer noch die führende Urlaubsform. Auch wenig überraschend, aber anhand der fundierten Analyseergebnisse nun in Zahlen dokumentiert: Direktbuchungen über Anbieter und Portale nehmen zu.

Interessant ist, dass die Nutzung von Mobiltelefonen speziell betrachtet wurde: Im Informationsprozess zu Reisen spielen diese im Heimatland durchaus schon eine Rolle, im Ausland selbst werden noch wenige Aktivitäten mit den teuren Datentarifen im Ausland ausgeführt. Buchungen per Smartphone sind insgesamt noch absolute Einzelvorkommnisse. Zu Recht gehen die Verfasser der Untersuchung davon aus, dass sich hier in den kommenden Jahren noch einige Veränderungen zeigen werden, sicher auch in Zusammenhang mit sinkenden Roaming-Kosten für die Nutzung von Internetanwendungen auf Smartphones im Ausland.

Polen als Gesundheitsurlaubsland

Sehr spannend ist die in der Untersuchung aufgestellte Gleichung der Zusammenhänge von Urlaubsart und Reiseziel:

Sonne + Strand = Spanien    |    Aktiv = Österreich     |     Gesundheit = Bayern

Wo Polen bei dieser Gleichung liegt? Beim Gesundheitsurlaub direkt hinter Bayern und vor Tschechien. Polen ist also in der befragten Gruppe, die als repräsentativ gelten kann, das zweitwichtigste Gesundheitsurlaubszielland. Wer hätte das gedacht?

Die Studie stellt aus meiner Sicht auch deshalb eine gute Basis für Einschätzungen dar, weil Sie lange Zeitreihen der Untersuchung bereitstellen kann und damit auch Entwicklungsprozesse dank vergleichbarer Befragungsmethodik aufzeigt. Hinzu kommen hohe Befragtenzahlen. So wurden im Januar 2012 7.500 Personen persönlich („face-to-face„) befragt, ergänzt wird die Untersuchung um ein 4.500 Teilnehmer starkes Online-Panel. Berücksichtigt werden nur Reisen über 5 Tage Dauer und nur solche mit touristischem Zweck.

Weitere Informationen: www.fur.de

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  1. Jens

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