Polen übernimmt EU-Ratspräsidentschaft

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Rund um den Kulturpalast fanden am 1.7. viele Konzerte statt.

(Bremen, JE) Große internationale Herausforderungen warten auf Polens Regierung in den kommenden sechs Monaten. Seit gestern, mit dem Beginn der zweiten Jahreshälfte, hat Polen den Vorsitz im Rat der Europäischen Union inne. Im Rat der EU diskutieren und entscheiden die Regierungschefs der Mitgliedsländer über wichtige europäische Themen. Solche stellen momentan vor allem die Euro-Krise und die Frage der Wiedereinführung von Grenzkontrollen im Schengen-Raum dar, schreibt die Gazeta Wyborcza. Weiter folgert sie, dass die Erwartungen an die polnische Ratspräsidentschaft hoch sind – auch, weil Polen als Anhänger einer starken EU gilt und nicht etwa als ‚Blockierer‘, wie die scheidenden Vorsitzenden aus Ungarn. Gleichzeitig räumen die Redakteure der GW der polnischen Regierung gute Chancen ein, diese Erwartungen zu erfüllen. Innerhalb der EU sei Polen inzwischen sehr gut vernetzt; mit Jerzy Buzek als Präsidenten des EU-Parlaments dürfte man bereits einen wertvollen Verbündeten in Brüssel haben. Als besonderes Steckenpferd der polnischen EU-Politik gilt die ‚östliche Partnerschaft‘, vor allem die Bindung von Belarus und der Ukraine an die EU.

Der Auftakt der polnischen Präsidentschaft wurde gestern in Warschau mit vielen Veranstaltungen gefeiert. Auf vier Bühnen in der Innenstadt traten zahlreiche einheimische und internationale Künstler auf, darunter beispielsweise Myslovitz und Dolores O`Riordan, die Frontfrau der bekannten Rockband The Cranberries. Im Vorfeld der Feierlichkeiten kam es zu Kritik, weil Kuba Wojewódzki mit der Organisation der Konzerte betraut wurde. Wojewódzki ist ein in Polen ebenso bekannter wie umstrittener Comedian und Publizist, der gerne provoziert. Zuletzt hatte er sich in einer Radiosendung auf diskriminierende Art und Weise über Menschen mit dunkler Hautfarbe lustig gemacht. Über die Wahl Wojewódzkis hatten sich in Polen lebende Afrikaner wie auch polnische Politiker beschwert.

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