Polens Politik streitet über Haltung zur Ukraine vor der EM

Europäische Flaggen. Quelle: http://ec.europa.eu/avservices/download/photo_download_en.cfm?id=219323

Wer reiht sich noch in den Boykott der Ukraine ein? Polen hat daran kein Interesse. Foto: ec.europa.eu

(Eckernförde, JE) Jarosław Kaczyński, Ex-Premier und Vorsitzender der PiS-Partei, spricht sich für einen breiten politischen Boykott der Ukraine während der anstehenden Fußballeuropameisterschaft aus. Justizminister Gowin (PO) redet von „Scheinheiligkeit“ westlicher und polnischer (Oppositions-) Politiker und polnische Kommentatoren wundern sich über den „plötzlichen Anfall deutscher Liebe für Timoschenko“ (Wprost).

In ca. vier Wochen startet das Turnier in Polen und der Ukraine. Überschattet wird es derzeit durch die internationalen Proteste gegen die Haft der ehemaligen ukrainischen Premierministerin Julia Timoschenko. Mehrere EU-Kommissare kündigten an, nicht zu den Spielen in der Ukraine reisen zu wollen, auch hochrangige deutsche Politiker erwägen öffentlich ein demonstratives Fernbleiben. Polens Parteien streiten sich – nachzulesen auf gazeta.pl – über das richtige Vorgehen, wobei Kaczyńskis PiS mit der Forderung nach Boykott bisher alleine dasteht. (Zbigniew Ziobro von der Fraktion ‚Solidarisches Polen‘ wies Kaczyński bei TVN 24 genüsslich darauf hin, dass er sich mit dieser Position Erika Steinbach anschließen würde und letztendlich einen deutsch-russischen Komplott unterstützen würde.)

Eine unglückliche Figur gab laut polnischen Medien Präsident Komorowski ab, der im Gegensatz zu mehreren Amtskollegen zum inzwischen abgesagten Präsidentengipfel nach Jalta (Ukraine) reisen wollte. Eine Tatsache, die Jarosław Kaczyński offensichtlich erfreute. Bezüglich des Umgangs mit der Ukraine sei er „zufrieden, dass viele Leute sich kompromittiert haben“.

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