Polnische Internet-Zeitungsarchive nicht mehr gratis

(Bottmingen, HF) Seit Anfang September 2012 können auf 42 Websites von polnischen Medienportalen nicht mehr alle Artikel kostenlos gelesen werden. Pro Monat werden knapp fünf Euro fällig, wenn zurückliegende Artikel im Archiv aufgerufen werden sollen. Das neue an diesem Bezahlsystem ist, dass das Login für alle Publikationen der teilnehmenden Verlage eines Landes gültig ist.

Slovakische Firma findet Marktlücke

Die neue Zahlschranke wird von der slowakischen Firma Piano aus Bratislava betrieben. Das System wurde von ehemaligen Zeitungs- und Werbespezialisten entworfen und soll die Medienunternehmen dabei unterstützen, einerseits ihre gegenwärtigen Besucherzahlen zu halten und zu erhöhen sowie andererseits ihre Einnahmen zu erhöhen. Piano erhält 30 Prozent der Einnahmen, der Besitzer der jeweiligen Webseite 40 Prozent und der Rest wird unter allen teilnehmenden Verlagen aufgeteilt.

Wie Michiel van Blommestein von zdnet.com schreibt, ist die wichtigste Herausforderung für dieses System nicht technologischer Art, sondern liegt auf der geschäftlichen Seite. Das Konzept einer Zahlschranke (paywall) ist insgesamt neu in Mittelosteuropa, wo die Nutzer es gewöhnt sind, den Inhalt gratis im Internet herunterzuladen und wo sie generell skeptisch sind, was online-Zahlungen und Kreditkarten angeht.

Grosse Medienunternehmen machen mit

Das Bezahlsystem nutzen in Polen das Radio Polskie, die Unternehmensgruppe Agora, die Verleger Murator, Edytor, Ringier Axel Springer Polska, Media Regionalne und die Verlagsgruppe Passau Polskapresse. In diesen Verlagen erscheinen u.a. die Publikationen Gazeta Wyborcza, Fakt, Newsweek Polska, Dziennik Polski und zahlreiche regionale Zeitungen.

Polen ist nach der Slovakei und Slovenien das dritte Land und bei weitem der grösste Markt, auf dem Piano eingetreten ist.

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