Polnische Finanzwelt: ist die Zeit der Ruhe vorbei ?

Kaschubei See bei Kościerzyna Photo: Polen.pl (BD)

Polen ist wohl keine Oase der Ruhe mehr. See in der Kaschubei, Photo: Polen.pl (BD)

(Warszawa, BD) Als eine ‚grüne Insel‘ bezeichnete der Premierminister Donald Tusk die Wirtschaft Polens, als sie trotz der sich ausbreitenden Krise in Europa ein Wachstum des Bruttosozialprodukts in 2009 auswies.

Nun scheinen die guten Zeiten langsam in Vergessenheit zu geraten. Im Sog der europäischen Vertrauenskrise und begleitet von Turbulenzen um das Downgrade der US-Wirtschaft durch S&P scheint auch Polen in Atemnot zu geraten.

Dies könnte man zumindest aus den gestern veröffentlichten Zahlen zur Wirtschaftsproduktion schliessen. Ein Wachstum von +1,8 Prozent überraschte viele Maktteilnehmer auf der negativen Seite, die Marktprognose lag bei 3,4 Prozent.

Bereits die zweite Woche dauert der fallende Trend bei den polnischen Aktienwerten. Der enge Blue Chip Index WIG20 fiel von 2750 auf momentan 2115 Punkte, gut 20%. Ähnlich hart traf es den breiten Index WIG, der von 47.845 auf 36.400 am 11. August fiel (-24%), heute bei 39.038 geschlossen.

Druck spüren weiterhin die CHF-Kreditnehmer, aber auch die Euro-Importeure werden langsam nervös: der Kurs der polnischen Währung fiel gegenüber dem Euro und der US-Währung. Der Preis für einen Euro stieg demnach von 3,99 (1. August)  auf zeitweise 4,2050 und bewegt sich momentan eher seitwärts auf einem Niveau von 4,1720.

Solange nur eine chinesische Ratingagentur den Zustand der polnischen Wirtschaft unter die Lupe nimmt und die Aussichten als ‚Negativ‘ bewertet, ist es halb so schlimm. Klar ist aber, sollte sich der Finanzminister Rostowski nach den Wahlen zum polnischen Parlament am 9. Oktober nicht etwas intensiver um die Finanzen des polnischen Staates kümmern, wird Polen für eigene Schulden bald deutlich mehr Zinsen zahlen müssen.

Natürlich vorausgesetzt, das Wahlergebnis wird den aktuellen Umfragen ähneln und PO wird die herrschende Kraft der polnischen Politik für weitere vier Jahre bleiben.

...sind diese Artikel auch interessant für Sie?

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*