Ist das der Anfang vom Ende der polnischen Post?

Poczta Polska (Polnische Post) verliert massiv Aufträge. Photo: Polen.pl (BD)

Poczta Polska (Polnische Post) verliert massiv Aufträge. Photo: Polen.pl (BD)

(Warszawa, BD) Schwache Zahlen, schrumpfende Auftragsvolumina, Entlassungen: Die Poczta Polska, die Polnische Post kämpft schon seit Jahren ums Überleben. Der staatliche Riese hatte allerdings bis heute zwei scheinbar sichere und stabile Einnahmequellen: Zum einen das Briefmonopol, welches dem Unternehmen sichere Einnahmen bei Sendungen bis zu 100g  garantierte. Zum anderen sicherte die Zustellung von Renten in Form von Bargeld an Millionen von Kunden der staatlichen Versicherungsanstalt ZUS ordentlich Arbeit bei der Post.

Konkurrenz schläft nicht

Die scharfe Konkurrenz auf dem Logistikmarkt, der auch die Zustellung von kleinen Paketen und Briefsendungen umfasst, existiert in Polen bereits seit mehreren Jahren. Die größten Anbieter auf dem Markt wuchsen schnell: Der US-Riese UPS übernahm das polnische Start-Up Unternehmen ‚Stolica Messenger Service‘. Auch deutsche Unternehmen wollen ein Stück von dem Kuchen haben: DHL Polska und DPD Polska sind mit dabei. Und sie nehmen sogar bei Branchenrankings Spitzenplätze ein.

Einnahmequellen versiegen nach und nach

Der ‚Stoß in den Rücken‘ der polnischen Post kommt jetzt von zwei Richtungen zugleich. Bereits seit Jahren umgehen die Konkurrenten das Briefmonopol. Tausende von Briefsendungen, Kontoauszügen, Werbeanschreiben kommen an den Endkunden mit einer umweltschädlichen Beilage: eine 100g schwere Metallplatte oder ein Notizbüchlein machen das ganze Procedere legal. Ergebnis: Die Post verliert wichtige Massensendungen an die Wettbewerber.

Der zweite Schlag kommt aus einer etwas unerwarteten Richtung: Die Firma InPost aus Krakau, ein Post-Konkurrent, will dem staatlichen Riesen auch bei den Bargeldsendungen Marktanteile abnehmen. InPost beschwert sich über die Entscheidung der staatlichen Versicherungsanstalt ZUS, die ohne Ausschreibungsverfahren einen dreijährigen Vertrag mit Poczta Polska unterschrieben und damit andere Anbieter unrechtens ausgeschlossen habe.

Ohne auf die rechtlichen Details eingehen zu wollen, kann klar festgestellt werden:  Die Poczta Polska muss schnell seine Strukturen umbauen und die Beschäftignung notfalls reduzieren, falls das Unternehmen nach dem Erlöschen des Briefmonopols zum 31.12.2012 noch bestehen bleiben will.

 

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  1. Jochen

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