Polnischer Soldat stirbt in Afghanistan – Debatte über Abzug vorerst verschoben

Bild einer Bergwelt im Winter

Wird im Winter mit dem Abzug polnischer Soldaten aus Afghanistan begonnen?

(Bremen, JE) Die Meldungen gleichen sich. Beinahe täglich berichten deutsche Medien momentan über Anschläge auf deutsche Soldaten in Afghanistan. Die Zahl der in Afghanistan getöteten deutschen Soldaten hat inzwischen 50 überschritten. Auch unsere polnische Nachbarn sind im Rahmen der ISAF-Mission im Einsatz. Etwa 2.600 Soldaten (Deutschland: 4.860) sind in der Region Ghazni stationiert. Ghazni liegt im Osten des Landes, auf der Strecke zwischen der Hauptstadt Kabul und der zweitgrößten Stadt Kandahar. Und auch Polen hat derzeit Tote zu beklagen. Am Donnerstag starb ein Unteroffizier, das 27. polnische Todesopfer des Afghanistan-Krieges, nachdem eine Patrouille im Süden der Region Ghazi in der Nähe des Lagers Giro von Aufständischen attackiert wurde. Drei weitere Soldaten wurden dabei schwer verletzt, seien aber inzwischen außer Lebensgefahr, berichtet newsweek.pl.

Der Afghanistan-Einsatz ist in Polen ähnlich umstritten wie in Deutschland. Ein Großteil der Bevölkerung spricht sich für eine schnelle Beendigung desselben aus. Auch Präsident Komorowski hatte gefordert, mit dem Abzug so schnell wie möglich zu beginnen. Von offizieller Seite geht man davon aus, dass im Jahr 2012 mit einer Verringerung des Kontingents begonnen werden kann und die letzten polnischen Soldaten 2014 das Land verlassen werden. Anfang Mai brachte die SLD einen Gesetzesantrag im Sejm ein, der eine Beschleunigung des Ausstiegs vorsah. Noch in diesem Jahr solle man mit der Reduzierung beginnen. Kritisiert wurde sie dafür von der PiS und ihrem Vorsitzenden Kaczyński. Die Pflichten als NATO-Bündnispartner müsse man ernst nehmen. Auch Verteidigungsminister Klich (PO) erteilte diesen Plänen eine Absage. Wer jetzt Soldaten abzieht, würde das Wohl der verbliebenen Kameraden gefährden. Gerade in den Sommermonaten seien die Taliban in Afghanistan besonders aktiv. Über eine erneute Verlängerung des Einsatzes muss das polnische Parlament bis zum 13. Oktober entscheiden.

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  1. Juergen

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