Präsidenten Deutschlands und Polens gedenken gemeinsam in Auschwitz

Todesaufwand in Auschwitz. Foto: Polen.pl (MH)

Todeswand in Auschwitz. Foto: Polen.pl (MH)

(Oświęcim, HZ) Die Präsidenten Deutschlands und Polens, Christian Wulff und Bronisław Komorowski, nehmen gemeinsam an den heutigen Gedenkfeierlichkeiten im südpolnischen Oświęcim teil. Anlass ist der 66. Jahrestag der Befreiung des deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz Birkenau am 27. Januar 1945 durch ukrainische Einheiten der Roten Armee.

Wulff hält Ansprache

Wulff wird als erster deutscher Bundespräsident während der Gedenkfeier zur Erinnerung an die Opfer in der Gedenkstätte im früheren Vernichtungslager Birkenau eine Rede halten. Von den deutschen Bundespräsidenten nahm erstmals Roman Herzog 1995 am 50. Jahrestag der Befreiung teil. Wulffs Vorgänger im Amt, Horst Köhler, besuchte Auschwitz 2005, hielt aber ebenso wie Herzog keine Ansprache.

Als weitere Deutsche werden der Vorsitzende des Zentralrats deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, und eine Überlebende eine Rede halten. Wulff wird begleitet vom Vorsitzenden des Zentralrats der Juden, Dieter Graumann, der nach eigenen Angaben zum ersten Mal die Gedenkstätte eines Vernichtungslagers besucht. Bundespräsident Wulff hat auch einige KZ-Überlebende und Vertreter des Jüdischen Weltkongresses in seine Delegation eingeladen.

Kranzniederlegung und Treffen mit Überlebenden

Vor der eigentlichen Gedenkfeier treffen die Präsidenten Wulff und Komorowski am Vormittag in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte mit Überlebenden aus beiden Ländern sowie mit polnischen und deutschen Jugendlichen zusammen. Am Mittag legen die beiden Staatsoberhäupter gemeinsam einen Kranz an der sogenannten Todeswand in Auschwitz nieder, an der insbesondere der polnischen, nichtjüdischen Opfer gedacht wird. Die eigentliche Gedenkfeier am Nachmittag findet in Birkenau statt, dem Ort der Vernichtung der Juden.

In Auschwitz-Birkenau wurden 1,1 bis 1,5 Millionen Juden aus ganz Europa ermordet. Der Ort ist heute Symbol für den systematischen Völkermord an den Juden durch die Deutschen. Seit 1947 erinnert eine Gedenkstätte an diese Verbrechen, die jährlich von über einer Million Menschen besucht wird.

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