Premiere in polnischen Kinos – „Yuma – Manchmal reicht ein Schritt, um alle Grenzen zu überschreiten“

yuma - Neuer polnischer Film

Filmplakat zu ‚Yuma‘

(Warszawa, HF) Der in polnisch-tschechischer Koproduktion entstandene Spielfilm „Yuma“ wurde in Warschau, Cieszyn, Krosno Odrzańskie (alle in Polen), Ostrawa (Tschechien) und Frankfurt an der Oder unter der Regie von Piotr Malaruk gedreht und am 10. August 2012 uraufgeführt. Seine Handlung beginnt drei Jahre nach dem Untergang des Kommunismus in Polen. Gewöhnliche Jungen aus einer heruntergekommenen Siedlung an der deutsch-polnischen Grenze verwandeln sich auf der Suche nach dem schnellen Glück unerwartet in Verbrecher und werden für die lokale Gesellschaft zu wahren Helden.

Zyga, überzeugend von Jakub Gierszał („Suicide Room“, 2011) gespielt, ist der Held des Films. Er hat genug davon, die farbige Welt nur in Jugendzeitschriften zu betrachten. Mit Hilfe seiner ebenfalls jugendlichen Kumpels und der geschäftstüchtigen Tante wird er direkt hinter dem Grenzfluss Oder „Juma“, König der Kleinen Diebe. Die Kumpel stehlen wertvolle Waren in deutschen Läden und schmuggeln sie über die Grenze nach Polen. Von einem auf den anderen Tag können sie sich bisher unerreichbare Waren leisten. Sie erwerben Anerkennung unter den Einwohnern der kleinen Stadt, die selbst einen wahren Zivilisationssprung macht.

Bald jedoch reicht den jungen und zornigen Mittätern Zygas Markenkleidung und Elektronik nicht mehr und sie beginnen Juweliergeschäfte auszurauben. Als sie aber russischen Gangstern unter der Führung des unberechenbaren Opata in den Weg geraten, wird „Räuber und Gendarm“ ein gefährliches Spiel.

Von der Trostlosigkeit in die Wunderwelt der Waren

Der Film beginnt ruhig, mit einer genauen Beschreibung der Stimmung in der polnischen Kleinstadt und der Trostlosigkeit des täglichen Lebens der jungen Menschen. Die Charaktere wirken glaubhaft und sind genau gezeichnet. Im Laufe des Films wird die Absurdität der Situation gekonnt vorgeführt, so etwa, als Zyga mit seinen Freunden ein erstes Mal nach Deutschland in ein Einkaufszentrum kommt und von der Warenmenge überwältigt wird. Das mehrheitlich sehr junge Warschauer Publikum im Kino, das diese Zeit nicht miterlebt haben kann, lachte laut heraus, wohl ohne sich in die Gefühlswelt der damaligen Jugendlichen einfühlen zu können. Auch die Verknüpfung verschiedener Offizieller mit den Diebestouren wird gezeigt, der ehemalige Freund und jetzige Polizist hat so keine Chance gegen die Bande.

Im weiteren Verlauf wird der Film dann seiner Ankündigung, auch ein Actionfilm zu sein, gerecht. So, wenn die Einbrüche mit schweren Autos in Juweliergeschäfte ausgeführt werden oder wenn die Russenmafia auftaucht. Hier verliert der Film leider etwas an Glaubwürdigkeit. Insgesamt ist es aber sicher ein Film der lohnt, gesehen zu werden.

Ob es auch eine untertitelte Kopie geben wird, die in Deutschland gezeigt wird, ist noch nicht bekannt.

 

Aus Wikipedia (polnische Ausgabe):

Juma

Das Wort stammt aus den grenznah zu Deutschland liegenden polnischen Regionen und beschreibt eine Art von Verbrechen, die auf dem Diebstahl von Waren aus westlichen, hauptsächlich deutschen Läden beruht. Im Laufe der Entwicklung des Wortes wurde es häufig auch dafür verwendet, um den Diebstahl von Luxusautomobilen in Deutschland und ihre Überführung nach Polen zu beschreiben. In jedem Fall war die Tatsache, dass der Diebstahl ausserhalb des polnischen Territoriums stattfand so wichtig, dass dies dem Wort seine grundlegende Bedeutung gab und diese von gewöhnlichen Diebstählen unterscheidet.

 

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