Reisebericht aus Łódź und Toruń

Altstadt von Torun (Thorn). Foto: Andreas Schwarze

Altstadt von Torun (Thorn). Foto: A. Schwarze

(Berlin, JW) Im Januar 2011 ist der Tantower Bürger Andreas Schwarze nach Łódź (Lodsch) und Toruń (Thorn) in Polen gereist. Einige seiner teilweise stark kontrastierenden Eindrücke hat er in Worte und Bilder gefasst. Eine Auswahl dieser Eindrücke möchten wir unseren Lesern nicht vorenthalten.

Schwarze, der sich dem Nachbarland Polen schon seit Jahren verbunden fühlt, ist nicht das erste Mal gen Osten gereist. Vor rund 10 Jahren ging es für ihn das erste Mal über die Grenze. Naheliegenderweise in das nur wenige Kilometer von seinem Heimatort entfernte Szczcecin (Stettin). Bei diesem Besuch begeisterte er sich für die Stadt, die Menschen und die Mentalität.

Łódź wenig einladend

Foto des Bahnhofs Lodz Kaliska. Foto: Andreas Schwarze

Foto des Bahnhofs Lodz Kaliska. Foto: A. Schwarze

‚Fast Food‘, ‚Restaurierungsbedarf‘, ‚Döner‘, ‚Schmutz‘ und ‚Heruntergekommenes‘ – das sind Assoziationen, die beim Besuch von Łódź in Schwarzes Reisetagebuch vermerkt werden. Aber auch ein ‚Leider‘. Denn hinter vielen grauen Fassaden entdeckt der Januarreisende schöne Bausubstanz, daneben schöne Denkmäler. Abschreckend wirken auf ihn auch die beiden großen Bahnhöfe der Stadt, die sich ziemlich genau in der Mitte Polens befindet, und Hauptstadt der gleichnamigen Wojewodschaft (vergleichbar: Bundesland) ist. Kaliska und Fabryczna, so heißen die beiden Bahnhöfe, wirken schlichtweg ‚erschreckend‘ auf Schwarze. Zu diesem wenig einladenden Eindruck tragen fehlende Beschilderungen zu Touristenattraktionen bei. Lediglich der Hotspot für den mobilen Internetzugang eröffnet ihm die Möglichkeit, sich auch vor Ort noch ein wenig über die Sehenswürdigkeiten Łódźs zu informieren.

Die hohe Arbeitslosigkeit in den letzten Jahren und der wirtschaftliche Niedergang der Textilindustrie schon früher haben offenbar noch deutliche Spuren hinterlassen. Die Anstrengungen der Stadtväter, die Mulitkulturalität und  das kulturelle Leben wieder in Schwung zu bringen, zeigen zwar Wirkung – aber eher langsam. Der Transformationsprozess ist noch in vollem Gange. Kein Wunder, dass auch die Abwanderung der Bewohner ein großes Problem ist, wie Polen.pl berichtete.

Ein wenig enttäuscht von der Stadt, die sich nach dem Tief nach 1989 erst allmählich wieder ökonomisch und kulturell aufrappelt, reiste Schwarze anschließend weiter nach Toruń, wo er ein ganz anderes Bild vorfand.

Traumhaftes Toruń

Foto der Toruner Marienkirche. Foto: Andreas Schwarze

Foto der Toruner Marienkirche. Foto: A. Schwarze

Um mit Schwarzes Assoziationen auch den Eindruck von Toruń zu beginnen: ‚Ein Traum! Eine Stadt zum verlieben!‘. Mit diesem Bild der ‚Lebkuchenstadt‘ und ‚Kopernikusstadt‘ ist der Reisende nicht allein. Schon viele, die dort waren, sind verwundert ob des verwunschenen und hanseatischen Flairs der Stadt. Schwarze schreibt dazu in sein Reisetagebuch: ‚Besonders wenn es dunkel wird, verzaubert die Stare Miasto (die Altstadt) einfach atemberaubend.‘ Das Panorama der Toruńer Altstadt bei Nacht ist als eines der schönsten Panoramen in Europa anerkannt und als UNESCO Weltkulturerbe verzeichnet.

Schwarze: ‚Kleine, anspruchsvolle Textilgeschäfte und Gastronomie prägen das Bild in den vielen Gebäuden im Stil norddeutscher Backsteingotik. Billigramsch & Fastfood sucht man glücklicher Weise vergebens.‘ Die Beschreibungen ‚ordentlich‘, ‚freundlich‘ und ‚ansprechend‘ finden sich häufig in den Notizen des Toruńbesuchers Schwarze.

Weiterhin freut er sich darüber, dass es in Toruń außerdem den wohl weltweit leckersten Lebkuchen überall zu probieren gibt. Er besichtigt die Marienkirche und den allgegenwärtigen Nikolaus Kopernikus. Das Nachtleben, so Schwarze, besticht durch ein junges Ambiente, geprägt von den vielen dort ansässigen Studierenden (etwa 35.000 immatrikulierte Studierende sollen es sein), an der Nikolaus-Kopernikus-Universität.

Schon die Reise ein Erlebnis

 Bahnhof in Polen. Foto: Andreas Schwarze

Bahnhof in Polen. Foto: A. Schwarze

Schwarze notiert auch viele Erlebnisse der zahlreichen Zugkilometer von Szczecin über Poznań  und Łódź weiter nach Toruń – und zurück. ‚Auf den maroden Gleisen wird man regelrecht geschüttelt, dann fallen mal zwischendurch Licht und Heizung aus weil nicht genügend Fahrstrom da ist, Wasser tropft durch die Wagendecken, ein unbekannter setzt Hundewelpen auf der Zugtoilette aus, welche der Schaffner liebevoll versorgt und sie am Endbahnhof Torun dem Tierschutz übergibt. Ein alter Mann erzählt mir aus seiner Kindheit in den Masuren und und und… … …‘.

Man merkt: Die Reise durch ein dynamisches Land, das noch immer in einem schnellen Transformationsprozess befindlich ist, hat dem Reisenden viele spannende Eindrücke vermittelt.

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