Reisemarkt Osteuropa soll laut ADAC-Studie stabil bleiben

Blick auf die Ostseeküste in Kolobrzeg (Kolberg). Foto: Kolberg-Café

Reisen nach Osteuropa weiterhin nachgefragt

(Berlin, JW) Die ADAC-Studie ‚Reisemonitor 2012‘ nimmt das geplante und tatsächliche Reiseverhalten der Menschen in Deutschland unter die Lupe. Besonders Reisen innerhalb Europas werden darin auch detaillierter untersucht. Allerdings: Polen wird in der Studie nicht als eigenständiges Reiseziel erfasst, sondern nur als Teil der Region Osteuropa. Das ist sicherlich ein Grund für teilweise überraschende Ergebnisse. Im Kern weist die Studie darauf hin, dass 2012 nur leichte Rückgänge im osteuropäischen Tourismus zu erwarten sind.

Gewinner und Verlierer in Europa

Unter den Europareisen sind die Gewinner im Vorjahresvergleich Portugal, Benelux und das spanische Festland, die Verlierer Griechenland, Dänemark und Italien. Die Summierung Osteuropas unter einem Begriff (methodisch kann man darüber ganz sicher streiten) führt, so meine Interpretation, zu einem Mittelplatz Osteuropas. Die Rückgänge bei geplanten Reisen nach Griechenland überraschen angesichts der ökonomischen und politischen Geschehnisse wenig; warum allerdings Dänemark und Italien ebenfalls deutlich weniger in den Reiseplanungen der Deutschen zu finden sind, bleibt zu überlegen.

Osteuropa stabil

Drei Prozent der Befragten planen der Studie zufolge im Jahr 2012 wieder einen Urlaub in Osteuropa. Das war im vergangenen Jahr fast genau so, rund drei Prozent planten eine solche Reise – und  4,3 Prozent machten sie tatsächlich. Es scheint also, obwohl den Osteuropa-Reisenden eine geringe ‚Reiselandtreue‘ von nur rund 35 Prozent der Gäste attestiert wird, eine etwa gleichbleibende Zahl interessierter Reisender zu geben. In Sachen ‚Treue zum Reiseland‘  liegen übrigens nur noch Griechenland (wenig überraschend), Skandinavien, das spanische Festland, Großbritannien und Portugal hinter Osteuropa.

Auch eine Erkenntnis der Untersuchung: Es gibt im Gegensatz zu den meisten anderen Zielen kein eindeutiges Motiv für Reisen nach Osteuropa. Der Studie zufolge haben viele Zielregionen sehr eindeutige Argumente, weshalb Menschen das Land oder die Gegend besuchen – nicht aber Osteuropa. Das kann einerseits in der Struktur der Befragung (Osteuropa als Sammelbegriff) liegen, andererseits aber auch einen wahren Kern haben – eine Diskussion auf Polen.pl gab es dazu bereits. Die Frage ist: Fehlt Polen – in der Studie allgemein unter Osteuropa – ein eindeutiges Destinationsmotiv wie ‚Sonne‘, ‚gutes Essen‘ oder ‚Sicherheit‘?

Auch interessante allgemeine interessante Erkenntnisse förderte der ADAC in seiner Studie zutage: Die Europa-Urlaube sollen im Schnitt 2012 etwas kürzer werden als 2011 (um rund einen Tag) – aber immer noch im Schnitt 14 Tage dauern. Auch steigt der Trend zu selbstorganisierten Reisen besonders in Europa. Die Ziele Erholung, Landschaft und gastfreundliche Menschen sind die Kerntreiber für die Urlaubsortauswahl. Auch die Recherche hat sich stark verändert: Die meisten Menschen informieren sich im Vorfeld per Internet über das Reiseziel.

Auszug aus der ADAC-Reisemarktstudie (kostenlos als pdf) http://media.adac.de/mediaservice/studien.html

Siehe XING-Forum ‚Reiseland Polen‘: https://www.xing.com/net/prif2ac2ax/reiselandpolen

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