Róża – ein erster Eindruck

Roza. Foto: goEast Filmfestival in Wiesbaden 2012

Roza. Foto: goEast Filmfestival in Wiesbaden 2012

(Köln, MST) Zu Beginn sieht man einen Mann, der alleine an brach liegenden Feldern und Ruinen entlang läuft. Während er sich immer tiefer in das Kernland der Masuren hinein bewegt, laufen ihm Bauern mit Schubkarren entgegen. Sie transportieren den letzten Rest an Habseligkeiten, die ihnen nach Ende des Zweiten Weltkriegs geblieben sind.

Tadeusz, ehemaliger Offizier der Heimatarmee, ist auf der Suche nach Róża, der Frau seines gefallenen Kameraden. Das blasse Gesicht der Bäuerin öffnet vorsichtig die Tür, lässt den Fremden misstrauisch hinein und nimmt den letzten persönlichen Besitz ihres Mannes entgegen. Tadeusz bleibt über Nacht in der Küche, fährt am nächsten Tag in die Überreste der Stadt und kommt frisch rasiert zurück. Er will ein neues Leben beginnen, übernimmt den Hof und trotzt den politischen Umständen.

Im Alltag kommen sich beide Figuren nach und nach näher. Mal reißt die Hose und Róża kann ihr Lachen kaum zurückhalten. Mal lässt Tadeusz einen Sprengsatz explodieren und die Bäuerin rennt voller Angst nach draußen. Ärgerlich aber doch erleichtert schimpft sie ihn für diesen Streich aus. Doch leben die Figuren keinesweges in einer Idylle. Immer wieder ist Róża Opfer von Vergewaltigungen. Die Grausamkeiten des Krieges findet in dieser Landschaft kein Ende.

Für die Masuren, der ethnischen Minderheit im Norden Polens, ist kein Platz mehr im Land nach dem Krieg. Sie gelten als Deutsche und müssen daher ihre Heimat auf polnischem Grund verlassen. Róża, die selbst Masurin ist, weigert sich und bleibt Hof und Acker treu. Vereint unter der Ideologie des Komunismus bedrängen Polen und Russen die Bäuerin unentwegt und wollen sie so zur Ausreise zwingen.

Zum Schluss liegt es in der Hand Tadeusz‘, das Schicksal der Mazurin zum Besseren zu wenden. Ein ehemaliger Bekannter aus den Zeiten des Krieges bietet ihm eine Stelle in der Verwaltung des neuen Regims.

Regie: Wojciech Smarzowski.

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  1. Thomas Wolf
  2. Thomas Wolf
  3. Magda

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