Sportwagen aus Polen

Arrinera Supercar Bild 20 - Quelle Arrinera.pl

So sieht er aus, der Arinnera. Quelle: Arrinera.pl

(Berlin, JW) Syrena, Warszawa, Mikrus und einige andere: Es ist nicht so, dass es in der Vergangenheit keine interessanten Automobilmarken aus Polen gegeben hätte. Allerdings: Bis auf Auftragsproduktion – und davon gibt es viel – gibt es in Polen heute keinen nennenswerten Automobilproduzenten mehr. Das könnte sich im ‚High End‘-Segment allerdings bald ändern, ähnlich wie das Land auch in der Busproduktion mit Solaris wieder einen wichtigen Produzenten im Land hat. Ein Hersteller mit dem klangvollen Namen ‚Arrinera‚ möchte bereits im kommenden Jahr einen sehr schnellen und sehr teuren Sportwagen für betuchte Kunden auf den Markt bringen.

115.000 Euro für 627 PS

Für einen solch schnellen Wagen sind 115.000 Euro vielleicht nicht zu viel, allerdings zielt das Modell sicher auch nicht auf einen Massenmarkt. Die in Warschau ansässige Firma entwickelt das Auto gemeinsam mit einem englischen Hersteller namens Noble. Die Karosserie und den Innenraum baut der polnische Teil des Gemeinschaftsunternehmens, der Motor und die Basis (Chassis) werden in Großbritannien entwickelt. Wer ab 2012 – vermutlich stolzer – Besitzer eines Arrinera ist, kann einerseits auf ein ‚Batman-Car-ähnliches Design‘ und andererseits auf eine Fahrgeschwindigkeit von über 300 Stundenkilometern setzen. Letztere soll innerhalb von weniger als 30 Sekunden erreicht werden. Hingucker werden dann gewiss sein, sofern die Passanten das Auto bei dem Tempo wahrnehmen. Das von einigen Autojournalisten als ‚Tarnkappen-Design‘ bezeichnete Äußere dürfte nicht direkt dafür sorgen, dass das Auto im normalen Verkehrsalltag unauffällig bleibt.

Zweites Modell geplant

Der ambitionierte Hersteller aus der polnischen Hauptstadt plant bereits ein zweites Modell, das ein wenig günstiger angeboten werden soll. So berichten einige Automobil-Internetseiten. Übrigens gehen die Meinungen zum Design etwas auseinander: Viele vergleichen die Gestaltung mit der Linienführung der italienischen Firma Lamborghini (heute im Volkswagen-Konzern), erkennen jedoch auch viele eigene Akzente. Aufgrund dieses Vergleichs wird deutlich, welche Absatzzahlen angepeilt werden: Es wird wohl unter 1.000 Autos im Jahr bleiben, davon ist auszugehen. Also eher ein Nischenprodukt.

Klischeesammlungen in Diskussionsforen

Arrinera Supercar, Bild 3. Quelle: Arrinera.pl

Ein Wagen, der polarisiert

Auffällig ist, dass offenbar Automobilfreunde eine besondere Affinität zum Denken in Klischees mitbringen. Oder besser gesagt: Zumindest sind hier viele offener, darüber zu schreiben. Liest man die Beiträge in den Automobilforen (zum Beispiel auto.t-online.de, Auto-Motor-Sport oder Auto-Bild) zur Ankündigung der Firma Arrinera, trifft man auf Zitate wie ‚der braucht keine Alarmanlage, der wird nicht geklaut‚ oder ‚Vielleicht hat das hier vorgestellte Fahrzeug eine geklaute Auspuffanlage, (..) zum Bau von Hochleistungssportwagen gehört viel technisches Know How u. viel Geld (Forschung u. Produktion), beides in Polen nicht vorhanden, wohl aber hübsche Frauen u. gutes Essen : – )‚ sowie ‚die Karre aus irgend nem polnishcen Hinterhof fällt vermutlich nach 2000km auseinander‚. Sicher kann man über die Frage des Design streiten, über die ökologischen Belange einer Rennmaschine wieder dieser ebenso, und auch die Frage der Ähnlichkeit zu anderen Automobilen möchten wir aufgrund der Subjektivität dieser Diskussion nicht erörtern. Dass aber Klischeeanwendungen diesen Tenors unangemessen sind, davon sind wir überzeugt.

Die Emotionalität des Themas ‚Auto‘ scheint aber eine spannende Metamorphose mit sonst vermutlich ganz vernünftigen Menschen auszulösen: Aus welchen Gründen auch immer (es mag Verärgerung, Neid oder etwas anderes sein) wird ganz tief in die Kiste der Vorurteile und Stereotypen gegriffen, um der eigenen – meist nicht sachlich belegten und daher subjektiven – Meinung Nachdruck zu verleihen.

Weitere Informationen: www.arrinera.pl

Video zum Sportwagen Arrinera

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  1. Kevin H.
  2. Jens

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