Straßenkunst in Lodz

Auf Tuchfühlung mit den Zuschauern gingen die französischen Musiker von La Complet' Mandingue. Foto: Polen.pl (JE)

(Toruń, JE) Das häufig verpönte Łódź (Lodz) hat kulturell eine Menge zu bieten. Insbesondere in Sachen Straßenkunst können nicht viele Städte dem ‚polnischen Manchester‘ das Wasser reichen. Zu nennen wäre hier an erster Stelle die Vielfalt an Graffiti und Wandmalerei (auf polnisch mural) in der industriell geprägten Stadt. Im Rahmen eines äußerst interessanten Projektes der Stiftung Urban Forms unter der Schirmherrschaft der Stadt Łódź entstanden allein im September sechs neue großflächige Kunstwerke auf freien Häuserwänden in der Innenstadt – zu betrachten auf www.galeriaurbanforms.org. Angefertigt wurden sie von international renommierten Künstlern aus Polen, Deutschland, Frankreich und Spanien.

Am vergangenen Wochenende fand in Łódź zudem zum sechsten Mal das internationale Straßenkunstfestival TrotuArt statt. Auf der ul. Piotrkowska, der ‚Hauptschlagader‘ der Stadt, dem Freiheitsplatz (Plac Wolnośći), vor dem Einkaufszentrum Manufaktura und auf dem alten Marktplatz präsentierten sich am Samstag und Sonntag bei bestem Wetter Künstler verschiedenster Stilrichtungen dem sehr gemischten Publikum. Zu den Highlights zählten der Auftritt der französischen Musikgruppe La Complet‘ Mandingue, die mit traditionellen afrikanischen Balafons, einer Art Xylophon, und Trommeln mitreißende Rhythmen und gute Laune produzierten.

Der deutsche Diabolo-Künstler Jan Manske alias DJuggledy begeisterte die Menge nicht nur mit seinen Fähigkeiten am Arbeitsgerät, sondern auch mit humorvoller Interaktion mit dem Publikum und seinem hautengen, bauchfreien roten Sport-Dress. Schwer zu toppen dürfte sein Trick mit der überlangen Gabel (wielki widelec) sein – mit einer solchen balancierte er den rotierenden Diabolo auf seinem Kinn. Am Samstagabend zogen die schwedischen Burn Out Punks eine beinahe anderthalbstündige, schwer zu beschreibende Show auf dem alten Rynek ab. Das Spiel mit dem Feuer war so etwas wie der rote Faden der Vorführung, wurde jedoch ergänzt durch eindrucksvolle akrobatische Einlagen, Comedy-Sketches und Stunts a la Jackass. Weitere Infos und Bilder unter www.trotuart.pl.

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