Maut auf polnischen Straßen ab dem 1. Juli 2011

Schnellstraße in Polen

Die LKW-Maut in Polen kommt elektronisch

(Warschau, BD) Mit dem 1. Juli 2011 wird das Fahren auf polnischen Straßen für LKW und Busse mit einem neuen Mautsystem berechnet. Von dem neuen System sind alle Fahrzeuge betroffen, die ein zulässiges Gesamtgewicht von über 3,5 Tonnen haben oder als Bus über mehr als neun Sitzplätze verfügen. Für PKW-Fahrer ändert sich erst einmal nichts. ‚viaTOLL‘ heißt das neue System, dessen Name nicht von ungefähr an das deutsche LKW-Mautsystem ‚Toll Collect‘ erinnert.

Mit dem technischen Aufbau wurde, wie wir 2010 im Oktober und November berichteten, die Firma Kapsch aus Österreich beauftragt.

Wo es teuer wird

Das neue System arbeitet ebenso elektronisch wie das vergleichbare System in Deutschland. Auch gilt es nicht auf allen Straßen, sondern nur auf definierten Abschnitten. Welche dies sind, wird veröffentlicht – und zwar im Internet. Zuständig für die Veröffentlichung der gebührenpflichtigen Straßen ist das Ministerium für Infrastruktur; die Internetseite ist unter www.mi.gov.pl in polnischer und englischer Ausgabe zu finden.

Noch wichtiger für betroffene Fahrer und Unternehmen ist aber die Internetseite des Betreibers selbst. Dieser stellt selbige auch in komplett deutscher Sprache bereit und gibt sich serviceorientiert: Per Registrierung kann man sich auch direkt per E-Mail über wichtige Neuerungen informieren lassen. Zum Beispiel erfahren Interessierte so, wann die finale Karte der kostenpflichtigen Straßen veröffentlicht wird. Das Anmeldeformular für diese wichtige Information findet sich unter www.viatoll.pl/de/lkv/anmeldung online.

Wie teuer es wird

Natürlich informiert der Betreiber auch ausführlich über die Kosten; man ist schließlich an ‚zufriedenen Mautzahlern‘ interessiert. Daher wird ab dem 2. Mai ein Gebührenrechner in das Internetangebot des Anbieters integriert. So lauten die heutigen Informationen. Nach Eingabe der Straße, des Zeitraums und des Fahrzeugs wird dann die Mautgebühr angezeigt.

Bezahlbox ist Pflicht

Bezahlt werden kann allerdings erst, wenn eine mit dem klingenden Namen ‚viaBOX‘ bezeichnete ‚Bezahlbox‘ im Lastwagen oder Bus installiert wurde. Diese Box erhalten mautpflichtige Fahrzeuglenker nach der Registrierung auf dem Internetportal des Betreibers und nach der Zahlung einer Kaution. Die Box selbst ist kostenlos und eine Leihgabe. Der schwarze Kasten, der optisch an ein altes Modem erinnert, wird dann auf dem Armaturenbrett befestigt und berechnet die Mautkosten beim Durchfahren der Messpunkte. Die Box gibt es, ebenso wie die Information und Beratung rund um dieselbe, an verschiedenen Servicestellen. Solche entstehen zurzeit an vielen Tankstellen – ein System, wie man es aus Österreich oder Deutschland kennt. Wo genau diese Servicestellen entstehen, soll auch in Kürze bei viaTOLL auf der Homepage angezeigt werden. Bis dahin gilt eine Hotline unter der Nummer +48 22 521 1010.

Die Messpunkte sehen aus wie Tore und wachsen derzeit auf den zukünftig kostenpflichtigen Streckenabschnitten. 430 solcher Messpunkte sollen bis zum 1. Juli die polnischen Straßen zieren.

Vignetten ab Juli out

Für LKW- und Busfahrer ist es daher wichtig, bereits jetzt die Vorbereitungen für die Umrüstung vorzunehmen. Ab dem 30. Juni 2011 gelten die bisherigen Vignetten nicht mehr – und die ‚viaBOX‘ wird Pflicht. Ab dem 2. Mai ist die Registrierung auf der Internetseite des Mautbetreibers in Polen möglich. Autofahrer hingegen können auch weiterhin das Vignettensystem nutzen; abzusehen ist jedoch, dass auch für PKW-Lenker bald eine elektronische Variante angeboten werden wird.

Weitere Informationen auch auf Deutsch: www.viatoll.pl

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  1. Bartek
  2. wohlfahrt
  3. Jens

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