Deutschland und Polen: Geschichte teilt, Zukunft eint

Brücke an der Grenze Görlitz - Zgorzelec. Foto: Polen.pl (JW)

In Görlitz und Zgorzelec ist die deutsch-polnische Kooperation weit gediehen

(Berlin, JW) ‚Die Geschichte teile nach wie vor die deutsche und die polnische Gesellschaft‘, das ist eine Erkenntnis einer aktuellen Studie des Instituts für Öffentliche Angelegenheiten und der Konrad-Adenauer-Stiftung. Die Studie, die die deutsch-polnische Zusammenarbeit und die Rolle der Geschichte in den gegenseitigen Beziehungen untersucht, kommt aber auch zu der Erkenntnis, dass in der Gegenwart und der Zukunft die beiden Gesellschaften ein großes Interesse an einem gemeinsamen Weg haben.

1.000 Befragte in Polen

Für die Untersuchung wurden 1.000 Menschen in Polen als repräsentative Gruppe befragt. Die Befragten waren über 14 Jahre alt. Im Januar 2011 fanden die Interviews statt.

Eigentlich würden, so lautet ein Tenor des Berichtes, die Polen nicht mehr mit den Deutschen über die Geschichte streiten wollen. Ihnen sind die aktuellen Fragestellungen, etwa die Gemeinsamkeiten in der EU, die gemeinsame Bewältigung der wirtschaftlichen Probleme und grundsätzliche Fragen wie die Energiesicherheit viel wichtiger. Gegenwart und Zukunft stehen daher aus polnischer Sicht viel mehr im Fokus der deutsch-polnischen Beziehungen als die Vergangenheit. Dies sehen zumindest rund drei Viertel der Befragten nach Angaben der Studienautoren so.

Kein neuer Trend

Dass man lieber in die Zukunft schaut, als nach hinten, hat sich auch bereits in den vorangegangenen Befragungen gezeigt. Dies teilt das Institut für Öffentliche Angelegenheiten in diesem Zusammenhang mit. So möchten die Menschen in Polen nach dieser Befragung auch zukünftig mit Deutschland zusammenarbeiten, besonders bei aktuellen Herausforderungen, die als wichtig betrachtet werden. Dazu gehören die Überwindung der Folgen der Wirtschaftskrise ebenso wie der Kampf gegen den Terrorismus. Auch der regionale Ausgleich und die Förderung schwacher Regionen und die allgemeine Technologieförderung sind offenbar wichtig.

Deutsch-Polnisches Geschichtsbuch?

Auch die Frage nach der Möglichkeit eines gemeinsamen deutsch-polnischen Geschichtsbuchs wurde den Befragten gestellt. Hier zeigten sich im Gegensatz zu den Wünschen an die grenzübergreifende Kooperation erheblich differenzierte Ansichten: Ein Teil der Befragten hält dies grundsätzlich für eine gute Idee, ein etwa gleich großer Teil hält dies nach wie vor für unmöglich.

Studie von Dr. Agnieszka Lada (Leiterin des Europaprogramms/Analytikerin) , ‚Blicken wir in die Zukunft. Die Meinung der Polen über die deutsch-polnische Zusammenarbeit und die Bedeutung der Geschichte in den deutsch-polnischen Beziehungen‘, Institut für Öffentliche Angelegenheiten, Warschau 2011

Bezug als pdf über: http://www.isp.org.pl/ksiegarnia,publikacja,61,445.html

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