Studienreise nach Danzig und Stutthof

Das Rathaus in Gdańsk (Danzig) mit Neptun Brunnen. Foto: Polen.pl (BD)

Anspruchsvolle Studien- und Bildungsreise nach Danzig

(Berlin, JW) Eine thematisch vielfältige Studienreise mit einem herausragenden Programm wird von der Volkshochschule Celle im September 2012 angeboten. Vom 2. bis 8. September geht es unter dem Titel ‚Vom Mythos der Feindschaft zur Partnerschaft im vereinten Europa‘ nach Danzig und Stutthof. Wer interessiert ist, kann sich noch anmelden; die Reise kann als Bildungsurlaub anerkannt werden. Auf der Reise erlebt man nicht nur die EM-Stadt Gdansk (Danzig), sondern hat die Chance, sich intensiv mit der Vergangenheit der Stadt und dem Umland auseinanderzusetzen.

Gdansk (Danzig) und seine Symbolik

Der Spielort der Fußball-Europameisterschaft wird die Stadt vom 8. Juni an für gute drei Wochen in die Öffentlichkeit rücken. Kaum eine andere europäische Stadt symbolisiert dabei wie Danzig die europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts von Nationalsozialismus, Vertreibung, Kaltem Krieg  und europäischer Wiedervereinigung. Zweimal begann alles in Danzig: am 1. September 1939 mit dem Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg und in den Jahren 1980/81 in der berühmten Danziger Werft mit der Gewerkschaftsbewegung Solidarnosc mit Lech Walesa an der Spitze das Ende des Kommunismus und somit auch das Ende der deutschen und der europäischen Teilung.

Spannungsreiche Nachbarschaft

Die Studienreise bietet einen Einblick in die spannungsreiche Nachbarschaft der polnischen und der deutschen Nation im Zentrum Europas: 1000 Jahre mit immer wiederkehrenden Konflikten und zugleich eine  Geschichte von Gemeinschaft und  einem gemeinsamen geistigen und kulturellen Erbe. Die Studienreise beginnt mit der tiefgreifendsten Zäsur in der langjährigen Beziehungsgeschichte, mit den Verbrechen des Nationalsozialismus in Polen und an den Juden während des Zweiten Weltkriegs. In Sztutowo,  direkt an der Ostsee auf der malerischen Frischen Nehrung gelegen, startet die Studienreise am Ort des ehemaligen Konzentrationslagers Stutthoff. Im Anschluss werden zwei Erinnerungsorte von europäischem Rang in Westpreußen besucht: Frombork (Frauenburg) am Frischen Haff, Wirkungsstätte und Begräbnisort des Mathematikers und Astronomen Nikolaus Kopernikus und das Weltkulturerbe Marienburg. Nach diesen Stationen geht es weiter nach Gdansk, wo ein Besuch auf der Westerplatte im Hafen geplant ist. Die bewegte Geschichte der Freistadt ist dann Thema, die mit den Werken von Günther Grass und ganz besonders mit der ‚Blechtrommel‘ in Deutschland bekannt geworden ist. Besucht wird das Solidarnosc-Museum, begleitet durch ein Gespräch mit einem Zeitzeugen über die erste freie Gewerkschaft in einem kommunistischen Land, das Kriegsrecht 1981 und das Ende des Kommunismus in Europa 1989. Natürlich kommen Kultur und das individuelle Entdecken von Land und Leuten nicht zu kurz.

Teilnahmebeitrag: 560,- Euro (inkl. Übernachtung, Halbpension, Programmkosten, zuzüglich Fahrtkosten von ca. 150 Euro Bahnfahrt, EZ-Zuschlag: 90,- Euro)

Anmeldefrist: Unverbindliche Registrierung bis 30.3.2012

Genaues Programm: Kann angefordert werden

Kontakt: VHS Celle, Trift 20, 29221 Celle, anmeldung@vhs-celle.de, Tel. 05141/9298-0 oder -23. www.vhs-celle.de

...sind diese Artikel auch interessant für Sie?

Comments
  1. Brigitte Jäger-Dabek

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*