Touristische Bauarbeiten: Oberlandkanal und Marienburg in Arbeit

Schiff auf einer schiefen Ebene des Oberlandkanals. Foto: Polnisches Fremdenverkehrsamt

Oberlandkanal. Foto: Polnisches Fremdenverkehrsamt

(Berlin, JW) Die Enttäuschung im Reisebus war groß: Eine Schiffsfahrt auf dem Oberlandkanal war schon in der Reiseausschreibung angekündigt worden, doch diese sollte nun auf einem Abschnitt des Kanals fernab der berühmten ‚schiefen Ebenen’ stattfinden. Zwar war das auch in den vergangenen Monaten nicht anders möglich, weil die technisch beeindruckende Anlage umfassend saniert wird. Nichtsdestotrotz hätten sich die Reisenden früher eine Information gewünscht, dass sie den für viele technisch spannendsten Abschnitt gar nicht zu Gesicht bekommen würden.

Das Sanierungsprojekt des Oberlandkanals war von vornherein auf eine längere Umsetzungsdauer von mindestens zwei Jahren angelegt. Doch es hatten wohl nicht alle Tourismusunternehmen genau darüber informiert, welche Teilabschnitte jeweils befahrbar waren. Wie nun die Betreibergesellschaft und auch das Polnische Fremdenverkehrsamt berichten, geht es nun jedoch auf ein Ende der Sanierungsarbeiten zu. Ab dem Frühjahr 2015 sollen wieder alle Kanalabschnitte befahrbar sein, die ‚schiefen Ebenen’, bei denen Schiffe zur Überbrückung der Höhenunterschiede über Land gezogen werden, sogar bereits zum Jahreswechsel. Danach werden nicht nur die Schleusen erneuert und teilweise elektrifiziert sein, sondern auch die Technik der Schiffs-Schienen, auf denen die ‚schiefen Ebenen’ funktionieren. Auch die Kanalbefestigung selbst wurde erweitert, da immer mehr Verkehr auf dem Kanal stattfindet: Neben den Ausflugsbooten sind auch Haus- und Sportboote unterwegs.

Eine weitere Baustelle wird zurzeit eröffnet, die ebenfalls eine ‚must seen’-Sehenswürdigkeit betrifft. Die Ordensritterburg Marienburg (Polnisch: Malbork) soll im Bereich der Marienkirche wiederhergestellt werden. Nach den bereits erfolgte Sanierungsarbeiten in vielen Bereichen der Burg entsteht in den kommenden anderthalb Jahren unter anderem eine acht Meter hohe Marienstatue aus dem Jahr 1340 als Rekonstruktion wieder. Außerdem wird die Westempore mit Altaraufbau neu aufgebaut. Die Beschädigungen und Zerstörungen erfolgten im Zweiten Weltkrieg.

Schon fertig ist die Renovierung der großen Trinkhalle im Kurort Krynica Zdroj: Die sozialistisch geprägte Fassade und der große Wintergarten des Bauwerks der 70er-Jahre in Polen wurden nicht verändert, aber die Anlage erhielt eine komplette Modernisierung und Auffrischung.

Und ganz ohne Sanierung wird eine große Sehenswürdigkeit tief im polnischen Osten erweitert: Der über die Landesgrenzen hinweg berühmte Urwald Bialowieza wird auf Beschluss des UNESCO-Komitees für das Weltkulturerbe auf knapp 60.000 Hektar vergrößert. Zwar wird man als Tourist so viel Wald nicht ablaufen können, der Stellenwert des Urwalds mit den hier frei lebenden Wisenten wird damit jedoch gestärkt.

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  1. Walter Wunderlich
  2. Jens Hansel

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