Vereint im Dritten Raum

Der dritte Raum. Trzeci Pokój. The Thrid Room. Foto: Kunsthalle Düsseldorf - Kowalski-Manipulation-Composition-1966

Der dritte Raum. Trzeci Pokój. The Thrid Room. Foto: Kunsthalle Düsseldorf - Kowalski-Manipulation-Composition-1966

(Köln, MST) In den kommenden Wochen laden die Kunsthalle Düsseldorf und das Museum für Moderne Kunst in Warschau zeitgleich zur gleichen Ausstellung ein. ‚The Third Room. Der dritte Raum. Trzeci Pokój‘ nennt sich das Konzept. Während in Polen die Kunst Joseph Beuys‘ vorgestellt wird, behandelt die Kunsthalle Düsseldorf den polnischen Kunstschaffenden Oskar Hansen, seine Schüler und seine Idee der ‚Open Form‘. Gemeinsam entsteht aus den zwei getrennten Orten ein dritter gemeinsamer Raum, der längst vereintes zusammenführt.

Polen. Die Heimat

1922 wurde Oskar Hansen in Helsinki geboren. Zwei Jahre später ließ sich die Familie in Vilnius nieder und erhielt die polnische Staatsbürgerschaft. Dort begann seine Ausbildung an der Universität, anschließend ging Hansen für kurze Zeit nach London, Paris und beendete sein Studium schließlich in Warschau. Im westlichen Ausland lernte der junge Architekt unter anderem Le Corbusier und Pablo Picasso kennen, die ihn beeinflussten. Die Möglichkeit in England zu arbeiten schlug Hansen aus. Auch die Schwierigkeiten mit dem Regime, aufgrund seines Widerwillens die Maßstäbe des Sozialen Realismus in seine Werke zu integrieren, hielten ihn nicht davon ab in Polen zu bleiben. Seit den 1950er Jahren arbeitete er stetig an der Akademie der Bildenden Künste in Warschau sowie als Architekt und Künstler bis er 2005 verstarb.

Ein besseres Leben

Hansen und Beuys vereinte das gesetzte Ziel der Verbesserung der Lebensbedingungen. In Deutschland wurde jedem Einzelnen die Mündigkeit zugesprochen Kunst, Politik, Wirtschaft sowie seine Umwelt formen zu können. In Polen galt es ein Kunstwerk oder Architektur offen zu gestalten. Ein Bauwerk ist nicht die Verkörperung des gefeierten Architekten sondern eine Möglichkeit der Identifikation für jeden Einzelnen. Dieses Denkmuster führt dann zu einer Endhierarchisierung, Demokratisierung und einem offenen Denkmuster. Gleichzeitig zeigt auch sein Entwurf einer dezentralisierten Stadt den Wunsch nach unabhängiger Gestaltungsfreiheit. Während Hansen Ballungsgebiete als Orte der Manipulation betrachtete, wünschte er sich als Alternative weitläufige Lebensräume, die den Menschen Freiheit und Selbstbestimmung bieten.

Der dritte Raum

Beim Betreten des Seitenlichtsaals der Kunsthalle Düsseldorf steht man zunächst orientierungslos im Raum. Der erste Blick zeigt einem flimmernde Videos, mittendrin eine Installationen und Holzwände, die ein eigenes Zimmer im Saal abgrenzen. Schaut man hinein, liegt da Etwas: schwarz und rot blinkend. Wagt man es aber mit den bereitgestellten Informationsblättern umherzugehen, beginnt man zu verstehen. Eine Dokumentation zeigt Oskar Hansen, wie er versucht dem dominanten Kulturpalast in Warszawa (Warschau) ein Gebäude entgegenzusetzen. Das schwarze Ungetüm am Boden von Pawł Althamer und der Gruppe „Grupa Nowolipie“ soll den Betrachter herausfordern. Das hat es getan.

Mein Vater hätte Schwierigkeiten in diesem Raum. Zwei Hindernisse treffen dort auf den Besucher. Die Sprache der Kunst und damit Verbunden das Unvermögen das Land Polen dahinter zuerkennen. Die Grenzen sind eingebrochen. Die Vereinigung im dritten Raum gelungen.

Die Ausstellung läuft vom 01.Dezember bis zum 15. Januar 2012.

Quellen: Informationen auf der Seite der Kunsthalle. Mehr zu Oskar Hansen.

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