Verteidigungsminister Klich geht

Team Orlik zeigt sein Können auf der Gorazka Show 2003. Photo: Polen.pl

Das 'Team Orlik' zeigt sein Können auf der Gorazka Air-Show 2003.

(Warschau, BD) Seit mehreren Monaten war er unter Druck, jetzt trat er zurück: der polnische Verteidigungsminister Bogdan Klich gab am Freitag auf. Premier Donald Tusk nahm seinen Rücktritt an.

Der Anlass: die Spezialkomission unter Vorsitz des Innenministers Jerzy Miller veröffentlichte den Sonderbericht zum Flugzeugabsturz bei Smolensk im April 2010.

Die Hauptthese des Leitartikels der Tageszeitung Gazeta vom Wochenende lautet:  der Bericht Millers nehme einen Teil der Verantwortung von den Schultern der Piloten und kritisiere die Leitung der für VIP-Transporte verantwortlichen Militäreinheit. Diese Einheiten sind das 36. Regiment, die Leitung der polnischen Luftstreitkräfte und das Verteidigungsministerium.

Lücken bei der Ausbildung der Piloten und Schlamperei bei der Anwendung eigener Prozeduren sind nur einige Punkte, die im Bericht genannt werden. Extreme Wetterbedingungen – sehr schlechte Sichtverhältnisse -, die Anwendung des Radiohöhenmessers statt des Luftdruck-Höhenmessers sowie falsche oder ungenaue Angaben der russischen Fluglotsen bezüglich der Flughöhe seien für die größte Katastrophe der polnischen Luftfahrtgeschichte mitverantwortlich, konkludiert die polnische Kommission.

Die Opposition kritisiert die Untersuchungen der polnischen Behörden als unzureichend. Tusk sei ein Mann ohne Ehre, sagte Jaroslaw Kaczyński kurz nach der Demission Klichs und kündigte einen neuen Fernsehspot der PiS-Partei mit dem im April 2010 verstorbenen Präsidentenehepaar in der Hauptrolle an. Der Titel: ‚Sie warten auf die Wahrheit‘.

Die Wahlkampagne hat bereits begonnen.

 

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  1. Juergen

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