Vierte Polonicus-Verleihung in Aachen

Polonicus. Bild: Institut Polonicus, Aachen.

Polonicus. Bild: Institut Polonicus, Aachen.

(Köln, MST) Erneut zeichnet das ‚Institut Polonicus‘ am 5. Mai in Aachen herausragendes Engagement für die Gruppe der im Ausland lebenden Polen, der Polonia, aus. Geehrt werden Personen, die sich für einen deutsch-polnischen Dialog, für ein gemeinsames Europa und für die Belange der polnischen Migranten einsetzen. Zurzeit leben und arbeiten etwa 20 Millionen Polen außerhalb ihrer Heimat.

Seit 2009 wird der Preis zu Beginn des Monats Mai verliehen, denn am 2. Mai ist in Polen der Tag der Polonia und der Polen im Ausland. Die symbolische Figur des Preises wurde von dem in Düsseldorf lebenden Künstler Stan Szroborz entworfen. Sie stellt einen beflügelten Jüngling dar, der im Inbegriff ist abzuheben. Wechselt der Betrachter seine Perspektive erkennt er zugleich Frauenhände, die etwas Kostbares behutsam festhalten.

In den vergangenen Jahren wurden bereits einige Personen aus Kultur und Politik ausgezeichnet. Zu ihnen gehört unter anderem Steffen Möller, Jerzy Buzek und Karl Dedecius. Die Jury setzt sich aus Vertretern polnischer und europäischer Institutionen zusammen. Sie zeichnet im Besonderen Personen aus, die maßgeblich an der positiven Gestaltung des Polenbilds im Ausland mitwirken. Für die Preisverleihung übernahm Bogdan Borusewicz, Marschall des Polnischen Senats, die Schirmherrschaft.

Die Preisträger

Mit dem ‚Polonicus‘ in der Kategorie Organisation wird Helena Miziniak ausgezeichnet. Sie migrierte bereits in jungen Jahren nach Großbritannien und setzt sich dort für das Polentum ein. Inzwischen ist Miziniak Ehrenpräsidentin der EUWP (Europejska Unia Wspólnot Polonijnych), einem Dachverband der sich europaweit für die Belange der Polonia einsetzt.

Den Preis für das Vorantreiben eines lebendigen Dialogs zwischen Deutschland und Polen erhält Ministerin Angelica Schwall-Düren. In der Zeit von 2000 bis 2010 war sie Vorsitzende des Vorstands des Bundesverbands Deutsch-Polnische Gesellschaft. 2006 veröffentlichte sie ihr Buch mit dem Titel ‚Deutsche und Polen – Partner für aktive Ostpolitik?‘.

Für ihre internationalen Erfolge, ihre herausragenden schauspielerischen Leistungen und für das Befürworten eines gemeinsamen Europas wird die Schauspielerin Krystyna Janda geehrt. Sie spielte in einigen der bedeutendsten Filme der polnischen Kinogeschichte mit. Und auch war sie in einigen deutschen Produktionen zu sehen.

Einen Ehrenpreis bekommt Bischof Alfons Nossol verliehen. Er bemühte sich sehr um das Verhältnis zwischen Deutschland und Polen. Auch gilt er als Vermittler zwischen den Konfessionen. Nossol organisierte unter anderem eine deutsche Messe, die auf dem St. Annaberg in Schlesien im Jahr 1980 gefeiert wurde. Auch lud er Helmut Kohl sowie Tadeusz Mazowiecki zu einem gemeinsamen Versöhungsgottesdienst ein.

Migration ist keine Lösung

Es bleibt eigentlich nur übrig, den Preisträgern zu gratulieren und sie zu feiern. Dennoch sollte eine lebhafte und engagierte Polonia nicht über die Gründe für die vielen Migranten schweigen. Niedrige Löhne treiben gut ausgebildete, junge Menschen ins Ausland. Dabei würde Polen genau dieses ‚Humankapital‘ benötigen, um bald die Rolle als Peripherie Europas hinter sich zu lassen. So löblich also ein Preis für Engagement zwischen Deutschland und Polen, für die Polonia und ihre Bedürfnisse ist – um so mehr sollte man bedenken, dass ein Auswandern auch immer die Flucht aus einer ausweglosen Situation bedeutet.

Quellen: Institut Polonicus, Pressemitteilung der Stadt Aachen, Artikel: Deutsch-polnische Migrationsbeziehung (bpb).

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  1. Marcus Palczynski
  2. Magda
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