Vor Antrittsbesuch: Bundespräsident Gauck im Interview mit polnischer Zeitung

Website der Gazeta Wyborcza

Interview mit Neu-Bundespräsident Gauck in der Gazeta Wyborcza.

(Toruń, JE) Am heutigen Montag wird der am Freitag vereidigte neue Bundespräsident Deutschlands Joachim Gauck in Warschau erwartet. Auch die Ex-Präsidenten Köhler und Wulff wählten für ihre erste Reise im Amt das Ziel Polen. Gauck setzt damit eine uns durchaus sympathische Tradition fort. Er machte jedoch gleichzeitig klar, dass es sich bei der Visite nicht um eine lästige Pflichtübung, sondern eine echte Herzensangelegenheit handelt.

 

Gauck erklärt seine Sympathie für Polen im Interview mit der Tageszeitung Gazeta Wyborcza mit der Bewunderung für die entschiedene Opposition gegen das kommunistische Regime und den Kampf für Demokratie im Polen der 1980er Jahre. Was man sonst vielleicht als gutgemeinte Politikerfloskel abtun würde, klingt aus dem Mund eines Beteiligten ziemlich glaubhaft. „Die friedliche Revolution in der DDR war erfolgreich, weil unsere polnische Nachbarn schon gezeigt hatten, dass man Freiheit sogar unter der Dominanz eines kommunistischen Unterdrückungsapparates erkämpfen kann“.

 

Heute begegnen sich Polen und Deutsche mit großem Respekt – auch wenn man sich in der Sache manchmal streitet – und Ressentiments treten zunehmend in den Hintergrund, führt Gauck weiter aus. Dieser Zustand sei vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Verbrechen Deutschlands an und in Polen alles andere als selbstverständlich. Eine wichtige Rolle bei der Versöhnung beider Länder sieht der Präsident in der europäischen Integration. Das Projekt der europäischen Staatengemeinschaft bewertet Gauck trotz aller aktuellen Probleme als Erfolgsgeschichte und lobt gleichzeitig die polnische Bejahung der europäischen Idee – in diesem Zusammenhang hebt er auch Sikorskis Rede vor dem Berliner Bundestag hervor – als „vorbildlich“.

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  1. Amalie Hinterseer
  2. Shokki
  3. Jochen
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