Wenn aus Ideen Pommes werden – Ein etwas anderer Sprachkurs

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Piotr und Helga sind ein unschlagbares Team, wenn es darum geht, Deutsch und Polnisch zu kombinieren. Foto: Franziska Markowitz

(FM, Zwickau) Betritt man Mittwochabend die Räumlichkeiten des Deutsch-Polnischen Vereins Zwickau e.V., hört man schon an der Tür das laute Gelächter. Zudem schlägt einem ein aberwitziges Sprachgewirr entgegen.

Alle zwei Wochen trifft sich hier, unter Leitung von Edyta Strake, der Leiterin des Vereins, ein Sprachkurs der etwas anderen Art. Was vor einem Jahr, mit einer kleinen Gruppe aus vier Deutschen, die Polnisch lernen wollten, begann, ist inzwischen zu einer bunten Runde geworden. Junge, Ältere, Deutsche und Polen lernen hier gemeinsam im Tandemprinzip die Sprache des jeweils anderen.

Als Edyta vor etwas mehr als einem halben Jahr noch eine Gruppe Polen für einen Deutschkurs betreute, entstand die Idee, das Nützliche mit dem Schönen zu verbinden und beide Gruppen zu vereinen. So kam es, dass Bartek, Andrzej und Piotr sich eines Mittwochs zu Thomas, Renate, Helga und Franziska gesellten.

Zusammen lernen, zusammen feiern

Seither wurde nicht nur Grammatik und Konversation gelernt: Aus der kleinen Gruppe hat sich eine Runde aus 15 bis 20 Leuten entwickelt, Freundschaften entstanden und in losen Abständen wird auch zusammen gefeiert. Zusätzlich haben sich Treffen außerhalb des Konversationskreises etabliert. So lernen alle ganz nebenbei, sich in einer anderen Sprache zu unterhalten – ungezwungen und fernab von gängigem Frontalunterricht.

Sicher – nicht jeder besitzt das gleiche Niveau, nicht immer ist alles perfekt und nicht immer klappt die Verständigung auf Anhieb, aber in der lockeren Atmosphäre besteht die Möglichkeit, sich gemeinsam Dinge zu erarbeiten und somit Schritt für Schritt, die richtige Formulierung zu finden. „Learning by doing“, wenn man so will. Die Themen sind alltäglich. Oft geht es um Dinge, die alle die Woche über begleitet oder beschäftigt haben. Wie feiert man Weihnachten, wo macht man Urlaub, wie läuft es im Job oder was passiert in der Welt?

Das Vokabellernen bleibt natürlich nicht ganz aus, wird aber umgehend angewendet. Foto: Franziska Markowitz

Das Vokabellernen bleibt natürlich nicht ganz aus, wird aber umgehend angewendet. Foto: Franziska Markowitz

Eine gute Idee

Das Beste ist jedoch die Atmosphäre und das gemeinsame Lachen. Beispielsweise dann, wenn jemand etwas völlig falsch versteht und das Gespräch ungeahnte Wendungen nimmt. Als es vor einiger Zeit um die Vorbereitung einer Feier ging, und man die Frage diskutierte, was jeder mitbringt, wandelten sich  ganz nebenbei Ideen zu Pommes. Das polnische Wort für Idee, pomysł, wurde in einem unaufmerksamen Moment zur deutschen Pommes. Auf die Frage, wie man denn frytki, wiederum der polnische Begriff für Pommes, am besten zubereiten kann, brach einmal mehr schallendes Gelächter aus, weil der Irrtum in diesem Moment auffiel. Die kleinen sprachlichen Tücken sind nicht zu unterschätzen, bereichern den Kurs aber ungemein. Sie zeigen auch, dass letztlich alle mit den gleichen Schwierigkeiten im Spracherwerb kämpfen. Nicht selten ist die Angst Fehler zu machen, das, was einen davon abhält, die fremde Sprache zu benutzen. Manchmal führt es dazu, dass mancher das Sprachenlernen ganz aufgibt.

Dieser Kurs unterscheidet sich dahingehend, von allem bisher getesteten und zeigt deutlich höhere Erfolge. Mehr noch: Er trägt dazu bei, interkulturelle Brücken zu bauen. Den polnischen Teilnehmern das Leben in Deutschland leichter zu machen und den Deutschen Polen näher zu bringen. Demnächst soll es gemeinsame Kochabende geben – Essen verbindet.

Wer mehr wissen möchte, kann sich beim Deutsch-Polnischen Verein Zwickau e.V. informieren:
http://www.dpv-zwickau.de

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Comments
  1. Frieder
    • Franziska Markowitz

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