Wissenschaft während der polnischen EU-Ratspräsidentschaft

Wegweiser Kulturpalast Warschau Photo: Polen.pl (BD)

Warschau will der europäischen Wissenschaft Wege aufzeigen

(Berlin, JW) Aus Sicht der polnischen Regierung gibt es wertvolle Weiterentwicklungen und Ergebnisse im wissenschaftlichen Kontext dank der polnischen EU-Ratspräsidentschaft. So informierte Magdalena Kula, Pressesprecherin der Präsidentschaft am Ministerium für Wissenschaft und Hochschulwesen, in einer Mitteilung am 2. Januar, dass insbesondere die Rahmenbedingungen für die europäischen Wissenschaft sich im Abschnitt der Ratspräsidentschaft Polens im Jahr 2011 verbessert hätten. Immerhin in diesem thematischen Bereich gibt es auch Ansätze der europäischen Zuwendung zu den Ländern der östlichen Partnerschaft. Der Vorsatz Polens, sich in der Zeit besonders dem östlichen Blick zuzuwenden, hatten in anderen Politikbereichen Hemmnisse entgegengestanden.

Mehr Geld, mehr Kooperation

Es ist wohl üblich im politischen Bereich auf dieser Ebene, dass die Erfolge eher im Bereich von Empfehlungen und Rahmenbedingungen als in konkreten Projekten liegen. So berichtet man in der Pressemitteilung über 40 während der Ratspräsidentschaft durchgeführte Minister- und Experten-Debatten sowie Konferenzen mit mehr als 8.000 Teilnehmern in Polen. Themen waren dabei unter anderem die Lebensmittelsicherheit, die Energie- und Internetzukunft und die die Forschungsförderung. Außerdem wurde ein Programmvorschlag für die Forschungsförderung vorbereitet. Dieser trägt den Namen ‚Horizon 2020‘ und soll nach den aktuellen Planungen einen Haushalt von 80 Milliarden Euro von 2014 bis 2020 beinhalten. Darüber hinaus ist darin festgehalten, dass es Erleichterungen für den Zugang zu diesen Mitteln auch für einzelne Wissenschaftler und kleine und mittlere Unternehmen geben soll. Das Ziel: Auch kleinere Forschungsprojekte sollen nicht am Antragsverfahren für Fördermittel scheitern. Empfohlen wird weiterhin durch den ‚Rat für Bildung‘ die engere Vernetzung von Staat und Universitäten und die Stärkung von Innovationen und des Unternehmergeists von Absolventen. Mehr Mobilität der Studierenden und Wissenschaftlern und mehr grenzüberschreitende Zusammenarbeit steht ebenfalls im Forderungskatalog, immerhin konkretisiert in der Empfehlung von entsprechenden Verwaltungs- und Finanzierungsplattformen.

Umbenennung des Marie-Curie-Programms

Eher eine national relevante Namensänderung ist die Umbenennung des Marie-Curie-Programms in Marie-Skłodowska-Curie-Programm, wodurch das bereits seit 15 Jahren bewährte Wissenschaftsförderungsprogramm der EU nun einen Titel mit dem Bezug zur polnischen Herkunft Marie Skłodowska-Curies trägt. Nachhaltig ist hoffentlich auch eine andere ‚Ostausrichtung‘: Unter dem Konferenznamen ‚Go East, Erasmus!‘ tagten im Oktober Europaminister in Białystok zum Thema der Einbeziehung von Studenten aus der östlichen Partnerschaft der EU.

Spannend ist es nun, die weitere Entwicklung der vielen Empfehlungen und Absichtserklärungen zu beobachten. Grundsätzlich: Revolutionär ist keine der Maßnahmen, allerdings kommt es darauf auch nicht an. Die Erkenntnis dessen, was zu tun ist, ist da. Die Umsetzung in der Europäischen Union muss nun auf den Arbeitsebenen erfolgen. Hoffen wir, dass die Erkenntnisse nicht versanden.

Weitere Informationen unter: www.nauka.gov.pl und pl2011.science.gov.pl

Pressemitteilung: pl2011.eu/de/node/24335

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