Zartes Pflänzchen: Anti-AKW-Bewegung in Polen

Anti-AKW-Demonstration in Szczecin (Stettin). Foto: Polen.pl (AS)

Demonstranten mit Plakaten in Szcezcin (Stettin)

(Tantow, ASC / Berlin, JW) Es ist noch ein eher zartes Pflänzchen: Rund 150 Demonstranten gingen am gestrigen Samstag in Szczecin (Stettin) auf die Straße, um gegen das an der polnischen Ostseeküste geplante Atomkraftwerk zu demonstrieren. Nach Angaben der Demonstrierenden, die sowohl aus dem Osten wie auch aus dem Westen anreisten, war ein Grund für die eher geringe Teilnehmerzahl die späte Genehmigung der Demonstration. Erst am Donnerstagabend wurde dieselbe offiziell erlaubt. Dennoch sind die Atomkraftgegner zufrieden mit der Veranstaltung gegen die Pläne der polnischen Regierung.

Konsortium regionaler und allgemeiner Atomkraftgegner

Für die Demo in der Innenstadt Szczecins kooperierten sowohl regionale Initiativen etwa aus der Region der geplanten Standorte des Kraftwerks (zum Beispiel in Mielno (Großmöllen) nahe Kolobrzeg (Kolberg)), grenznahe lokale Vereinigungen wie ‚Atomfrei leben in der Uckermark‘ oder Greenpeace, das ‚Anti-Atom-Bündnis Berlin‘ und das ‚Klimabündnis Potsdam‘. Ziel der Aktion ist die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und der Politik. Mit dabei war auch der Grünen-Landtagspolitiker Michael Jungclaus.

Kleiner Aufreger

Anti-AKW-Demonstration in Szczecin (Stettin). Foto: Polen.pl (AS)

Anti-AKW-Demonstration in Szczecin (Stettin). Foto: Polen.pl (AS)

Um die Aufmerksamkeit auf das Thema ‚Mißbildungen von Neugeborenen‘ aufmerksam zu machen, zeigte sich eine Demonstrantin aus Koszalin (Köslin) oben ohne: Sie hatte sich eine dritte Brust angeklebt, um das aus ihrer Sicht bestehende Risiko durch die Atomenergie zu veranschaulichen. Wegen ‚Erregung öffentlichen Ärgernisses‘ wurde für sie eine Strafe in Höhe von 300 Zloty (etwa 75 Euro) fällig. Diese Strafgebühr übernahm aus Solidarität ein Lokalpolitiker, eine Gerichtsverhandlung droht der Dame dennoch. Ebenfalls aus Solidarität machten auch einige Männer den Oberkörper frei.

Die Aktion schaffte es damit immerhin in die in Polen relevanten Sender PolSat News und TVN und nutzte zugleich den Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Fukushima.

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  1. Jens
  2. Ingolf

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