Złoty-Renditen historisch tief

Euro Złoty Report. Grafik: Polen.pl (JW)

Historische Tiefststände für Złoty-Renditen bei Laufzeiten von 10 Jahren. (Grafik: Polen.pl, 2012)

(Warszawa, BD) Die leichte Beruhigung der Lage in Griechenland scheint der polnischen Währung gut getan zu haben. Fest steht: Die Preise der Hartwährungen in Złoty, insbesondere die Kurse des Euro, des US-Dollars und des Schweizerfrankens fielen leicht und erfreuten somit die polnischen Importeure sowie viele ‚CHF-Baufi-Schuldner‘, die bei steigenden Kursen mit automatisch steigenden Kreditraten zu kämpfen haben. Mit ‚CHF-Baufi-Schuldnern‘ meinen wir den Typen von Menschen in Polen, die für ein Wohnungs- oder Hauskaufvorhaben einen Kredit in der Schweizer Währung aufgenommen haben, und nun auf Gedeih und Verderb von der Kursentwicklung des Frankens gegenüber dem Zloty abhängig sind.

Der polnische Finanzminister Rostowski hat wieder einen Grund zum Lachen

Der Grund: Die Renditen der polnischen Anleihen notieren historische Tiefststände. Somit kann sich der polnische Staat kostengünstiger als bis dato verschulden, wenn auch bei weitem nicht so billig wie Deutschland oder Tschechien. Im Vergleich beispielsweise zu Ungarn spart der Staat jedoch deutlich. Diese Entwicklung hat neben dem rein finanziellen Aspekt – der polnische Staat muss weniger Zinsen für eigene Schulden aufbringen – eine nicht weniger wichtige psychologische Auswirkung: Dabei handelt es sich um die Anerkennung der Finanzmärkte für die  sparsame Politik des Finanzministeriums und die Zusammenarbeit mit der polnischen Nationalbank NBP.

Zinssenkungen erwartet

Von dem ‚Run‘ auf polnische Anleihen wird sich der Rat für Geldpolitik (RPP) hingegen weniger beeindrucken lassen, wenn er am nächsten Mittwoch (5.12.2012) wieder über einen eventuellen Zinsschnitt entscheiden wird.

Die fallende Inflation (aktuell unter vier Prozent p.a.) und schrumpfende Dynamik der polnischen Wirtschaft scheinen dem RPP wenig Spielraum zu lassen. Nach dem ersten Zinsschnitt im November um 0,25% auf 4,5%  deutete der NBP und RPP Chef Marek Belka an, es sei erst der Anfang einer Serie von Zinssenkungen. Wo diese endet, wagt kaum einer der Beobachter vorherzusagen.

 

 

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