Polnische Währung gewinnt nach den Wahlen

Euro-Zloty-Report

Die polnische Währung auf Erholkurs

(Warszawa, BD) Der Staub nach der Wahlschlacht legt sich wieder, die Lage auf dem Währungsmarkt beruhigt sich ebenfalls – langsam, aber stetig. Der Złoty, der noch Ende September einen intensiven Schwächeanfall durchlebte, gewinnt langsam an Stabilität.

Złoty unter Druck

Als das Euro-Złoty Währungspaar die Marke von 4,500 am 22. September passierte, meldete sich die polnische Zentralbank NBP zu Wort. Deren Chef Marek Belka betonte in den Medien, die Angst um Griechenland sollte keinen Einfluss auf den Złoty haben. Die Lage der polnischen Wirtschaft sei weiterhin stabil, die Kursverluste hätten keinen fundamentalen Hintergrund.

Die Herabstufungen von Italien und einigen spanischen Banken trugen nicht gerade zur Beruhigung der Lage auf den internationalen Märkten bei. Auch die Investoren auf den Aktienbörsen verloren öfters die Nerven. Auch die Warschauer Börse GPW liess sich anstecken und notierte lokale Tiefs. Positiv dagegen wurde die Entscheidung der Schweizer Zentralbank interpretiert, den minimalen Euro-CHF Kurs bei 1,200 garantieren zu wollen.

NBP  überrascht

Etwa eine Woche vor den Wahlen passierte etwas für Polen ungewöhnliches: Die Zentralbank NBP intervenierte zum ersten Mal seit Jahren zu Gunsten von Złoty und verkaufte einen Teil der Währungsreserven. Zusätzlich wurde die staatliche Bank BGK gesichtet, die ebenfalls US-Dollar und Euro verkaufte. Die FX-Marktteilnehmer wissen, dass der Finanzminister die Bank BGK nutzt, falls das Ministerium die EU-Mittel umtauschen will.

Die Intervention(en) war wohl erfolgreich, denn der Kurs von 4,500 wurde bis heute nicht mehr erreicht und notiert heute bei 4,32 Złoty / 1 Euro. Beruhigend wirkte zusätzlich der Wahlausgang, der eine gewisse Kontinuität in der Wirtschaftspolitik der Regierung sowie weiterhin eine enge Zusammenarbeit mit der Zentralbank NBP unter Marek Belka zu garantieren scheint.

Ende des Schreckens in Sicht?

Gestern entschieden sich die Slovaken, gegen die Beteiligung am neuen Rettungsfonds EFSF zu stimmen. Die Euro-Solidarität steht demnach erneut vor einer Zerreißprobe. Auch für die polnische Währung ist somit das Ende des Schreckens noch nicht in Sicht. Sollte es zudem weitere Banken geben, die, wie die belgische Dexiabank dem Druck der an Wert verlierenden griechischen Anleihen zum Opfer fallen, so ist ein Ende der Krise noch nicht abzusehen.

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  1. georg kohl

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