Euro Złoty Bericht: Die polnische Währung hält sich tapfer

Euro-Zloty-Report

Die polnische Währung bleibt stabil

(Warszawa, BD) Weiterhin sehr nervös reagieren die Finanzmärkte weltweit und hoffen auf ein Wunder in Griechenland, während das Land mit einem Generalstreik und Massendemonstrationen vor dem Parlament in Athen zu kämpfen hat.

Lage in Polen

Die Lage in Polen scheint, im Moment zumindest, stabil zu sein. Das Ergebnis der Wahlen vom 9. Oktober trug sicherlich zur Beruhigung der Makteinschätzung bei. Zwar lässt sich Donald Tusk etwas Zeit und will mit der Umbildung der Regierung bis zum Ende der EU-Präsidenschaftszeit warten. Seine Informationspolitik über die künftige Linie seiner Politik lässt scheinbar kaum eine Frage offen. Sie lässt sich in einem Satz beschreiben als ‚Kontinuität mit mehr Durchsetzungsvermögen‘. Die ‚Märkte‘ kaufen Tusk das ab.

Was macht die Währung ?

Nicht zu vergessen ist: Der Złoty hat bereits den ersten Griechenland-Schock hinter sich. So lag der EUR PLN 50-Tage Durchschnittskurs zwischen Januar und Juli 2011 kontinuierlich unter 4,000 Złoty für einen Euro. Innerhalb der letzten zwei Monate stieg der 50-Tage Preis eines Euro in Złoty auf 4,29 und gleicht fast dem aktuellen Marktkurs, der sich zwischen 4,30 und 4,40 innerhalb der letzten Woche bewegte. Die vorübergehende Panik mit Kursspitzen von über 4,50 kurz vor den Wahlen wurde unter Beihilfe der polnischen Nationalbank schnell gedämpft (Details siehe unser Update vom 12.10.2011).

Positive Nachrichten unsichtbar

Postive Nachrichten aus Polen selbst treten eher in den Hintergrund: Die Daten, die beispielsweise gestern das Hauptamt für Statistik GUS veröffentlichte – ein Plus von 7,7 % p.a. bei der Industrieproduktion im September – wirkten sich kaum auf die Złoty-Kurslandschaft aus. Den Kommentaren der Experten folgend, wird eher nach Sondereffekten geforscht. Frei nach dem Motto: „Darum kann die Produktion in Polen dauerhaft nicht steigen“; die tatsächlichen Gründe für die positive Entwicklung werden kaum hinterfragt.

Wie geht es weiter mit dem Złoty ?

Die Märkte bleiben nervös, das ist sicher. Es dauert solange, bis die internationale Politik unter Beihilfe der EZB es schafft, der Zukunft von Grichenland eine verständliche und klare Perspektive zu geben.

Wirkt sich die eventuelle Pleite Griechenlands auf Polen aus? Die einzige griechische Bank in Polen – die Polbank EFG – gehört seit kurzem der österreichischen Raiffeisenbank. Polnische Banken dagegen sind in Griechenland direkt nicht engagiert. Verlieren werden eher deren Muttergesellschaften: Die französischen Geldinstitute und  die deutschen Banken. Polnische Töchter dienen den angeschlagenen Müttern meist dazu, deren Lage zu stärken. Aus diesem Grunde wurde die BZ WBK an die spanische Santander verkauft. Auch aus diesem Grunde stehen weitere gesunde polnische Banken, zum Beispiel die Kredytbank (Eigentümerin ist belgische KBC) und die Bank Millennium (Muttergesellscjaft ist die BCP aus Portugal) zum Verkauf. Die Stabilität des Sektors durfte damit nicht gefährdet sein.

Auch die polnische Nationalbank NBP sieht keinen Bedarf, an der Złoty-Zinsschraube zu drehen. Der Inflationsdruck scheint unter Kontrolle zu bleiben. Und: Die Nachfrage nach polnischen Anleihen scheibt stabil zu sein. Die Renditen der polnischen Staatspapiere sind im Laufe der Krise sogar leicht gefallen und notieren zur Zeit bei 5,76% für 10 Jahre Laufzeit (Bond WS0922).

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