Euro Złoty Bericht: Italien in der Krise

Euro-Zloty-Report

Die polnische Währung unter Druck ...

(Warszawa, BD) Das Thema Griechenland war heute ‚out‘, heute war Italien an der Reihe, könnte die Zusammenfassung des Marktgeschehens lauten.

Die Schuldverschreibungen Italiens wurden immer billiger, deren Rendite stieg rapide. Eine wichtige Marke wurde heute erreicht: die Rendite der zehnjährigen Obligationen Italiens erreichte die 7-Prozent-Marke.  ‚Point of no return‚ schrieb die dänische Danske Bank in ihrem heutigen Bericht.

Die Investoren reagierten nervös – auch deshalb, weil weiterhin kein Ende der Regierungskrise um Silvio Berlusconi abzusehen ist. Ausserdem muss Italien im November und Dezember Anleihen im Wert von über 30 Mrd. Euro prolongieren.

17 Jahre Egoismus, Populismus und Oberflächlichkeit in der italienischen Politik sind mehr als genug‚ betitelt Thomas Kirchner seinen Kommentar (sueddeutsche.de).

Italien ist nicht Griechenland

Anders als im Falle Griechenlands ist ein Großteil der Schuldverschreibungen im Besitz italienischer Banken, der Einfluss ausländischer Investoren deshalb geringer. Hoffentlich muss keine der Banken das Schicksal der belgisch-französischen DEXIA Gruppe wiederholen: diese musste erhebliche Verluste durch Wertverlust der griechischen Anleihen einstecken und musste verstaatlicht werden.

Der Złoty unter Druck

Auch die polnische Währung der Złoty wurde ‚angesteckt‘. Innerhalb von 20 Minuten verlor der Złoty sichtlich an Wert: der Preis eines Euro stieg von 4,35 auf 4,385, ein US-Dollar verteuerte sich noch stärker: sein Kurs stieg von 3,1620 auf 3,209.

Polnische Schuldverschreibungen stabil

Viel gelassener reagiert dagegen der Markt für polnische Anleihen. Die Rendite der Anleihen mit einer 10 jährigen (Rest-) Laufzeit (WS0922 fällig Sept 2022) veränderte  sich wenig und notierte bei 5,80 % p.a..  Nicht so rosig scheint dagegen die Lage in Ungarn: dort muss der ungarische Staat über 8% p.a. Zinsen bei 10 jährigen Papieren aufbringen.

Kurze Złoty Zinskurve

Die Złoty-Zinskurve für kurze Zinsen (Laufzeiten bis 12 Monate) hat eine sehr flache Form. Die Wiborwerte sind bei 3 monatiger Laufzeit fast identisch wie für 12 Monate. Die Vermutung liegt nahe: die Marktteilnehmer gehen davon aus, dass auf absehbare Zeit keine Zinserhöhung in Polen zu erwarten ist. Der aktuelle Hauptzinssatz der polnischen Zentralbank NBP bleibt seit Juni bei 4,50% .

Im Laufe des heutigen Tages wird der geldpolitische Rat RPP seine Sitzung abschließen und seine Entscheidung und wahrscheinlich einen Kommentar bekannt geben. Dann erfahren wir mehr über die Markteinschätzung der Entscheider bezüglich der Inflationsentwicklung und der kurzfristigen Zinslandschaft in Polen.

WIBOR Werte (in % p.a., tats./365 Tage) heute: 1W 4,60; 2W 4,62; 1M 4,72; 3M 4,93; 6M 4,94; 12M 4,94

 

 

 

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  1. Bartek

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