Euro Złoty Bericht: Złoty verliert weiter an Wert

Die polnische Währung erneut unter Druck . Graphik: Polen.pl (JW)

Die polnische Währung erneut unter Druck

(Warszawa, BD) Die polnische Währung befindet sich weiter auf dem Rückzug. Auch die Indices an der Warschauer Börse notieren schwach und leiden oft unter negativen Nachrichten aus dem Euroland.

Bisher gut behauptet

Lange Zeit konnte der Złoty den panischen Trends der Weltmärkte trotzen. Anders als in Ungarn notierte die Währungs Polens über mehrere Monate verhältnismäßig stabil.

Auch die Renditen polnischer Anleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren konnten sich gut behaupten und stiegen nur leicht von etwa 5,80 auf zeitweise 6,10 % p.a. (Fälligkeit Sept. 2022).

Gute Nachrichten aus dem Privatkonsum unterstrichen zusätzlich die positive Dynamik der polnischen Wirtschaft. Das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes im dritten Quartal betrug sogar starke 4,2%, informierte das Hauptamt für Statistik GUS. Der Finanzminister Rostowski geht allerdings von nur +2,5% BIP-Wachstum in 2012 in seiner Budgetplanung aus.

Die Ansteckung schreitet voran

Heute wurde allerdings eine neue Schwächegrenze erreicht. Der Preis eines Euros erreichte vorübergehend die 4,55 Złoty Marke und somit die Werte, die der Markt zuletzt im Juni 2009 gesehen hatte. Dementsprechend schwach notiert Złoty gegenüber anderen Währungen, wie dem US-Dollar (Anstieg von 3,28 auf  3,42) oder dem Schweizer Franken (Anstieg von 3,58 auf 3,71 ).

Will di polnische Zentralbank gar nicht intervenieren?

Die Bereitschaft der polnischen Zentralbank NBP, für einen festeren Złoty einzutreten, hält sich zur Zeit in Grenzen. Dies geht auch aus der heutigen Aussage des NBP Chefs Marek Belka für den Fernsehsender TVNCNBC hervor.

Die Schwäche des Złoty sei gut für die Exporteure und treibt das polnische Bruttoinlandsprodukt (BIP) an. Der Kapitalflucht aus der europäischen Region insgesamt könne die NBP nicht entgegenwirken, sagte Marek Belka. Diese Kommentare lassen wenig Hoffnung auf eine schnelle Intervention der NBP. Noch vor kurzem galt ein EURPLN Niveau von 4,500 als die Kursmarke, die die NBP verteidigen will. Das inoffizielle Ziel war es bis dato, das Verschuldungs-Bruttoinlandsprodukt Verhältnis von 55% zu verteidigen. Vielleicht hat Marek Belka eine andere Idee, wie dies zu erreichen ist, als den effektiven Złoty Kurs zum Euro auf dem FX-Markt zum Jahresende zu beeinflussen?

Die Einbeziehung eines EURPLN-Mittelwertes für 2011 in die Berechnung des Verschuldungsgrades statt des Marktkurses am Stichtag 31. Dezember, wäre eine einfache und durchaus effektive Lösung. Dies war aus den Kreisen des polnischen Finanzministeriums allerdings nur inoffiziell zu hören.

...sind diese Artikel auch interessant für Sie?

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*