EURPLN Bericht: Złoty bleibt robust

Euro Złoty Report. Grafik: Polen.pl (JW)

Euro Złoty Report. Grafik: Polen.pl (JW)

(Warszawa, BD) Die europäische Einheitswährung ist der Shooting Star des Monats Januar. Der Euro konnte sich gegenüber mehr als dreissig Währungen teilweise deutlich festigen. Was die Zukunft Griechenlands anbetrifft, scheint sich die Stimmung unter den Markteilnehmern aufzuhellen.

Dazu kommt, dass die allgemeine Zuversicht, dass es mit der deutschen Wirtschaft langsam aufwärts gehe, durch positive ZEW- und IFO-Werte belegt wird. Auch berichtet die Presse seltener über italienische und spanische „Bankensorgen“. Fallende Renditen südeuropäischer Rentenpapiere sind wohl die natürliche Folge.

 

Polnische Wirtschaft bremst stark

Scheinbar leicht hinter dem westeuropäischen Kerngebiet, befindet sich die polnische Wirtschaft in einer anderen Phase des Konjunkturzyklus‘. Die harten Daten zeigen es deutlich: Negativ überraschte die Höhe des polnischen Bruttoinlandproduktes (PL: PKB) für das Jahr 2012. Die kürzlich veröffentlichte Zahl (stat.gov.pl) von + 2,0% lag leicht unter den Erwartungen von +2,4%.

Viel Besorgnis erregender wirkten die negativen Zahlen aus der Baubranche und vom privaten Konsum. Die starke Kontraktion innerhalb der Bauindustrie war allerdings nach der Pleitewelle von Ende 2012 leicht voraussehbar (siehe auch unser Artikel vom 4. Juli).

Eine letzte Bestätigung dieser Entwicklung geben die gestiegene Arbeitlosigkeit und eine fallende Industrieproduktion. Ein Anteil von 13,4 % der arbeitsfähigen Bevölkerung blieb in Polen im Dezember ohne Arbeit (im November 12,9%) , die Produktion fiel im Dezember 2012 gegenüber Dezember 2011 um satte 10,6% .

 

Złoty wirkt stabil

Wenig beeindruckt von den schwachen Daten der Realwirtschaft scheint allerdings die polnische Währung zu sein. Innerhalb der letzten sechs Monate bewegte sich der Preis eines Euro nämlich in einem Kurskorridor zwischen 4,05 und 4,25 Złoty.

Die treibende Kraft bleibt hierbei eher die Entwicklung der Złoty-Zinsen (siehe frühere Beiträge). Der Geldpolitische Rat (pl: RPP) gab dem wachsenden Druck nach und – erschrocken durch schwache Wirtschaftsaktivität – senkte er die Zinsen mehrere Male bis auf ein Niveau von 4,00 % im Januar 2013.

 

RPP verbilligt das Geld weiter

Auch die heutige Februarsitzung des RPP könnte eine Zinssenkung um 25 Basispunkte bringen. Damit läge der Złoty-Zins bei 3,75%. Bei der vor kurzem gemessenen Inflation von 2,4% besteht für den NBP-Chef Marek Belka und sein Team scheinbar noch Spielraum. Die Złoty-Renditen, die trotz der Zinssenkungen deutlich über denen von bspw. Deutschland liegen, ziehen genügend am Kauf von polnischen Staatsanleihen interessierte an, was die letzten Zahlen zu PLN-Anleihen beweisen. Diese Złoty-Nachfrage aus dem Ausland scheint den Aussenwert der polnischen Währung zu stabilisieren.

 

 

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  1. Bartek

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