Zloty Bericht: Polnische Währung ’stabil bis langweilig‘

Euro Zloty Report. Grafik: Polen.pl (JW)

Euro Złoty Report: Ruhe vor dem Sturm ?

(Warschau, BD) Die polnische Währung bewegt sich seit einigen Tagen in einem Seitwärtstrend und notiert in einer engen Spanne gegenüber den meisten Weltwährungen.

So bewegte sich der Kurs des Euro gegenüber dem Złoty in einem engen Korridor von 3,950 – 3,999 im Laufe der letzen Woche. Ein US-Dollar schwankte gegenüber der Währung PLN, unter anderem aufgrund der stärkeren EUR-USD Bewegungen, schon etwas intensiver und kostete zwischen 2,83 und 2,90 Złotys. Der Schweizer Franken war gegen Ende des Vormonats teurer und notierte bei 3,12 Złoty, inzwischen fiel der Kurs auf unter 3,08 Złotywieder, zur Freude der zahlreichen CHF-Kreditnehmer.

Aktuelles aus dem Wirtschaftsleben

Die öffentliche Diskussion wird weiterhin von der Diskussion um die Umgestaltung des polnischen Rentensystems geprägt. Gestern wurde vom Premierminister Donald Tusk bekanntgegeben, dass die Eckpunkte der Reform des ‚privaten Teils‘ der Rentenabsicherung nach langen Konsultationen mit mehreren Beraterteams auf den Weg zum Gesetzentwurf geleitet worden sind.

 

So soll der Beitrag, der von der staatlichen Rentenversicherungsanstalt ZUS an die privaten Rentenfonds (OFE) weitergeleitet wird, von aktuell 7,3 Prozent auf vorübergehend 2,3 Prozent und ab 2017 auf 3,5 Prozent des Bruttoeinkommens fallen. Der Differenzbetrag zu den 7,3 Prozent soll bei der ZUS auf individuellen Konten verbucht werden, deren Guthaben vererbbar sein sollen. Gleichzeitig soll denjenigen unter die Arme gegriffen werden, die sich selber um die eigene Zukunftsabsicherung kümmern wollen. Eine geplante Einkommensteuerbefreiung für Eingensparleistungen von bis zu 4 Prozent des Bruttoeinkommens soll dies erleichtern. Diese ähnelt allerdings eher einer Steuerverzögerung, denn die Steuer soll bei der Auszahlung am Ende doch noch berechnet werden.

Der Staatspräsident Komorowski hat einige wichtige Ökonomen zu einer direkten Diskussion eingeladen, die für Freitag angesetzt worden ist, um sich ein Bild von den Konsequenzen der neuen Gesetzgebung zu machen. Erwartet werden unter anderem J. Hausner und L. Balcerowicz, die die Regierungspläne zur Beschneidung der privaten Rentenversicherung, in Polen öfters als zweite Säule des Systems bezeichnet,  öffentlich kritisiert hatten.

Jeder Gesetzentwurf muss nach einer positiven Mehrheitsentscheidung des polnischen Parlamentes durch den Präsidenten unterschrieben werden, wodurch die Rolle des Präsidenten in Polen eine stärkere Stellung als diese in Deutschland erhält.

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