Die Gebäude des Warschauer Statdmuseums, aufgenommen von Natalia Bartha

Das Warschauer Museum nach der Wiedereröffnung

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Natalia Bartha M.A.

Auf der Suche nach neuen Eindrucken von und über Warschau? Auf der Suche nach unpolitischen Themen aus Warschau? Dann bietet das Warschauer Museum (Muzeum Warszawy) die richtige Gelegenheit, diese pulsierende Metropole noch einmal anders kennenzulernen. Das Warschauer Museum wurde zum ersten Mal bereits 1936 als Teil des Nationalmuseums eröffnet und hat seitdem zahlreiche Wandlungen durchlaufen. Von 1947 bis 1949 kommt es an seinen bis heute bestehenden Standort an der Nordseite des Ryneks in Warschau. Im Mai 2017 eröffnete es nach einer dreijährigen Renovierungsphase im neuen Gewand.

 

Ein historischer Standort

Postkartenansichten im Warschauer Stadtmuseum, aufgenommen von Natalia Bartha

Bereits von außen präsentiert sich das Museum im neuen Glanz. Die noch 1945 wieder originalgetreu rekonstruierten Gebäude stehen dem Museum exklusiv zur Verfügung und bekamen 1980 dem Status Unesco Weltkulturerbe. Wenngleich von außen der Eindruck erweckt wird, es handele sich um mehrere, nebeneinanderstehende Gebäude, so sind diese im Inneren miteinander verbunden. Damit erstrecken sich die Präsentationsräume auf mehreren Ebenen mit großer Bandbreite durch die Gebäude hindurch.

Die Ausstellung

Im Untergeschoss befindet sich der Archäologische Teil der Ausstellung, der auf die alten, erhaltenen Fundamente und die frühere Nutzung der Gebäude verweist. Dazu kommen zahlreiche Funde aus dem alltäglichen Lebens in Warschau aus dem 14, Jahrhundert, die einen Einblick in die reichhaltige materielle Alltagskultur bieten.

Die Syrenka im Warschauer Stadtmuseum, aufgenommen von Natalia Bartha

Das Original der „Syrenka“ ist im Erdgeschoss ausgestellt, da auf dem Rynek nur eine Replik zu sehen ist. Besonders interessant ist das in einem Nebenraum

ausgestellte Postkartenarchiv, in denen einige der 6000 Postkarten umfassenden Sammlung des Museums zu sehen sind. Diese geben vorwiegend Stadtansichten wieder und spiegeln daher einen Teil des damaligen öffentlichen Lebens wider. Aufmerksame Besucher können anhand der historischen Postkarten Einblick in das Stadtbild und seine Veränderungen bekommen.

Im ersten Stock ist derzeit nur der Raum eröffnet, in dem sich Stadtansichten zu Warschau befinden. Dabei handelt es sich größtenteils um große Zeichnungen verschiedener Künstler, die die Stadt auf unterschiedliche Art und Weise interpretieren. Ergänzt wird dies von Gemälden im ersten und zweiten Stock, auf denen historische Warschauer Persönlichkeiten und Stadtansichten festgehalten wurden. Die breite Mischung an Angeboten ermöglicht den Besuchern einen tiefen Einblick in die unterschiedlichen Facetten und Epochen Warschaus.

Weitere Ausstellungsräume widmen sich historischer Kleidung von Warschauer und Warschauerinnen sowie weiteren Fotografien und Stadtansichten. Dieser Teil der Ausstellung sind auch erst seit dem Frühjahr 2018 zugänglich.

 

Der Glanz des früheren Warschaus – die Gebäude

Neben der Ausstellung sind die Gebäude an sich bereits einen Besuch wert. Diese wurden aufwendig und detailgetreu restauriert, sodass Holzdecken wieder mit Malereien erstrahlen oder der Stuck an den Wänden zur Geltung kommt. Die Ausstellungsräume eignen sich besonders dazu, einen Eindruck von dem früheren Glanz dieser Häuser zu bekommen. Ein besonderes Highlight ist der Aussichtspunkt im fünften Stock. Direkt unter dem Dach wird den Besuchern die Möglichkeit geboten, einen Ausblick über die Stadt zu genießen.

Das Warschauer Stadtmuseum – Innenansicht, aufgenommen von Natalia Bartha

 

Als kleinen Bonus kann das Eintrittsticket dazu genutzt werden, um kostenfrei das Museum des Warschauer Stadtteil Praga (Muzeum Warszawskiej Pragi) zu besuchen.

 

Adresse:

Rynek Starego Miasta 28-42
00-272 Warszawa

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Sonntag, 10-19 Uhr.

Eintrittspreise:

20 Zloty normal

15 Zloty ermäßigt

Donnerstags freier Eintritt

 

 

Katharina studierte in Kiel und Valencia Europäische Ethnologie, Klassische Archäologie und Volkswirtschaftslehre. Am Ende ihres Studiums fing sie an, sich für Polen zu interessieren und Polnisch zu lernen. Nach dem Studium nahm sie für einige Monate eine Stelle an der Universität Posen an und verliebte sich endgültig in das Land. Sie schrieb sogar ihre Dissertation über die deutsche Minderheit in Polen und darf daher immer wieder nach Polen zurückkehren. Somit ist sie mit Polen mittlerweile fest verbunden und möchte diese Leidenschaft mit anderen teilen.

Schreibe einen Kommentar