Handschuhverkäufer auf dem Weihnachtsmarkt von Wroclaw (Breslau), Foto: Polen.pl (KS)

Der Breslauer Weihnachtsmarkt – Essen und Klamauk vor grandioser Kulisse

Seit fünf Jahren gibt es nun den Weihnachtsmarkt in Wrocław (Breslau). Angesichts seines kurzen Bestehens hat er schon eine stattliche Größe erreicht. Etwa hundert Buden scharen sich um das Breslauer Rathaus und streuen in die angrenzende Fußgängerzone. Neben einem Kerzenkarussell gibt es auch zahlreiche Essens- und Getränkestände sowie eine Wurfbude und sogar eine kleine Achterbahn.

Übergroßes Kerzenkarussell vor dem Rathaus von Wroclaw (Breslau), Foto: Polen.pl (KS)

Doch ein heimeliger Budenzauber ist es nicht. Vielleicht ist es der mangelnden Tradition geschuldet? Mit einer Kombination aus Jahrmarkt und Wochenmarkt, verpackt in ein Gewand aus Holzbuden und Lichterketten, versucht man eine Approximation an die Christmärkte des deutschsprachigen Raumes. Dass viele Schausteller noch Neulinge im Weihnachtsgeschäft sind, sieht man auch daran, dass die Buden wenig dekoriert sind. Bei vielen hängt sogar noch das Schild mit dem Namen des Verleihers „Jarmarki Polski“.

Ein Besuch lohnt sich dennoch: Denn einige Modifikationen des traditionellen Weihnachtsmarktes, wie etwa die zum Winter-Express umdeklarierte Kinderachterbahn, sind gar keine so schlechte Idee. Zwar bleibt die Beschaulichkeit etwas auf der Strecke, aber die langen Schlangen an der Ticketkasse beweisen, dass das gerade den jüngeren Besuchern herzlich egal ist.

Übergroßes Kerzenkarussell vor dem Rathaus von Wroclaw (Breslau), Foto: Polen.pl (KS)

Daneben lässt das kulinarische Angebot kaum Wünsche offen: Es gibt Waffeln, Crepes, heiße Kastanien, Zuckerwatte, Bratwürste und vieles mehr. Die unverkrampfte Interpretation des „deutschen Weihnachtsmarktes“ ermöglicht eine größere Vielfalt außerhalb des Glühwein-Horizonts. Eine tolle Erfindung sind auch die überdachten Stehtische, in deren Mitte sich eine kleine Feuerstelle befindet. So kann man zum Essen die Handschuhe ausziehen, ohne kalte Finger zu bekommen.

Vor allem aber ist da die Kulisse der sorgfältig restaurierten Breslauer Altstadt mit ihren vielen Kneipen und Bars und der großen Markthalle. Mit oder ohne Weihnachtsmarkt: Es kann kein Fehler sein, mal wieder nach Breslau zu fahren.

 

 

2 Kommentare

  • Pole

    18. Dezember 2013 bei 12:09

    Deutsche „Damen“ sind nicht weniger „elegant“ als Polinen. Was auch immer es heißen soll.

    Vor einigen Jahren war es tatsächlich noch so, daß im Vergleich zu den Deutschen die Polinen furchtbar aufgedonnert durch die Sraßen liefen, währen die männlichen Polen überhaupt keinen Wert auf ihr Äußeres legten. Aber das legt sich doch langsam aber sicher. In 20 Jahren wird man zwischen polen und Deutschen kaum noch einen Unterschied sehen, was Kleidung, Frisur usw. anbetrifft. Wahrscheinlich schon wesentlich früher.

    Antworten
  • Krol ogorek

    17. Dezember 2013 bei 12:08

    Am Sonntag ging unser kurzer Görlitzer Christkindelmarkt zu Ende. Er dauerte nur 10 Tage, was aber nicht unbedingt von Nachteil ist. Natürlich: die schöne Kulisse des Görlitzer Untermarktes mit den wunderbar restaurierten Häusern ist zu loben. Natürlich: die Auftritte des Görlitzer Christkinds sind zu loben. Ebenso natürlich die musikalischen Vorträge, das Eisstockschießen und vielerlei Attraktionen mehr.
    Aber, was mir besondere Freude gemacht hat: Es war ein herrliches deutsch – polnisches Durcheinander unter den Besuchern. Ein buntes Gemisch aus beiden Teilen der Stadt. Man konnte beim flüchtigen Hinsehen eigentlich nicht unterscheiden wer aus welcher Hälfte der Europastadt stammte. Allein, und diese Anmerkung sei erlaubt: die eleganteren Damen schienen mir doch fast ausschließlich aus Zgorzelec zu sein.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar