Ausstellung Krzysztof Komeda: Meine süße europäische Heimat – Der polnische Jazzvirtuose in Film, Klang und Bild

Datum/Zeit
Date(s) - 17/04/2019 - 11/06/2019
10:00 - 18:00

Veranstaltungsort
Polnisches Institut Berlin

Kategorien


Vernissage: 16.04.2019, 19:00 Uhr

Als Krzysztof „Komeda“ Trzciński mit seinem Sextett auf dem 1. Jazzfestival in Sopot auftrat, konnte keiner ahnen, dass er schon in Kürze zu den weltweit bekanntesten Vertretern des polnischen Jazz avancieren würde. Ebenso wenig war zu erwarten, dass sein „Wiegenlied“ aus Roman Polańskis Thriller „Rosemary‘s Baby“ zu einer der am häufigsten gesummten Filmmelodien avancieren würde.

Komeda hat in seinen lediglich 38 Lebensjahren Musik für einige Dutzend Filme komponiert. Seine Auftraggeber waren polnische Kino-Ikonen wie Andrzej Wajda, Jerzy Skolimowski, Edward Etler und Janusz Nasfeter. Im Laufe seiner Karriere arbeitete Komeda mit herausragenden Persönlichkeiten der polnischen Jazz-Szene wie Jerzy Milan, Tomasz Stańko, Michał Urbaniak und Jan „Ptaszyn” Wróblewski zusammen. Sein Schaffen ist ein wichtiges Kapitel des polnischen und internationalen Jazz.

Ein Sonderfall in seiner Diskografie ist die Schallplatte „Meine süße europäische Heimat. Dichtung und Jazz aus Polen“, die er 1976 aufnahm. Das Album – eingespielt mit Tomasz Stańko, Zbigniew Namysłowski, Roman Dylag und Rune Carlsson – enthielt Komedas Kompositionen, dazu las Helmut Lohner Texte u. a. von Czesław Miłosz, Wisława Szymborska und Józef Wittlin in der Übersetzung von Karl Dedecius. Diese Platte war ein Meilenstein in den deutsch-polnischen Beziehungen – ein Symbol der verbindenden Kraft der Musik über politische Trennlinien hinweg.

Die Ausstellung veranschaulicht wichtige Etappen des musikalischen Werdegangs Komedas sowie die komplexen Wechselbeziehungen zwischen seiner Musik und der Filmkunst seiner Zeit. Sie versammelt eine Filmauswahl mit Komedas Musik und Tonaufnahmen seiner Musikstücke, ergänzt von Fotografien und Notenblättern.

Info: www.muzeumjazzu.pl, www.studioindeks.pl

Das Land an der Weichsel hat das Interesse des in der Schweiz lebenden Agraringenieurs und Eisenbahnplaners vor über zehn Jahren geweckt und ihn seitdem nicht mehr losgelassen. In Berlin aufgewachsen, fand er es unpassend, sich in Afrika und im Nahen Osten besser auszukennen, als in seinem Nachbarland. Nachdem sich die Polnische Sprache vehement gegen das Lernen lassen gesträubt hat, hat er diese Herausforderung angenommen und ringt noch immer mit ihr. Er reist jährlich nach Polen und entdeckt ein spannendes und kulturell reiches Land mit sehr angenehmen Menschen. Wenn er Zeit findet, befasst er sich als Genealoge mit der Erforschung der Geschichte seiner aus dem damaligen Hinterpommern und Ostpreussen stammenden Vorfahren.

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