Diabeł / The Devil

Datum/Zeit
Date(s) - 17/10/2018
19:00 - 21:00

Veranstaltungsort
Cinémathèque in der naTo

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Reihe „Niepodległa – 100 Jahre polnische Unabhängigkeit im Film
Vor 100 Jahren – am 11. November 1918 – erlangte Polen nach 123 Jahren Besatzung und Teilung seine staatliche Unabhängigkeit zurück. Zahlreiche Filme beschäftigen sich mit der Wiedergründung des polnischen Staates, wesentlich weniger blicken hingegen auf die Zeit zurück, in der die Unabhängigkeit verloren ging.
Januar 1793, das geschwächte Polen wird von den Besatzungsmächten geteilt. Preußische Truppen marschieren in Großpolen ein, in einem Kloster richten Soldaten ein furchtbares Blutbad an. Ein Unbekannter kann Jakub und eine junge Nonne aus dem Gemetzel retten. Jakub war einst verlobt, nun muss er nach der Rückkehr in heimatliche Gefilde miterleben, wie seine – inzwischen schwangere – Verflossene seinen Freund heiratet. Die vom Krieg gezeichnete Welt ist zu einem Sündenpfuhl geworden. Da eröffnet der Unbekannte Jakub, dass er zu Jesus werden und die Welt von Sünde und Bösem befreien könne. Es beginnt ein Feldzug gegen Verlogenheit und Verrat, in dem Jakub zunehmend den Bezug zur Realität verliert.
Die Bilderorgie in düsteren, nebeldurchtränkten Farben ist von einer nervösen Handkamera festgehalten und einer psychedelischen Hintergrundmusik von Andrzej Korzyński unterlegt, die den Geist ihrer Entstehungszeit atmet. Doch die polnischen Zuschauer bekamen das vielschichtige Sittengemälde erst 1988 zu sehen – die Zensur hatte den Film vorgeblich wegen seiner offenherzigen erotischen Szenen aus dem Verkehr gezogen, fürchtete aber in Wirklichkeit vor allem die Bezüge zur aktuellen politischen Situation in der Volksrepublik Polen. Der Film verschwand in den Archiven, seine Spuren wurden verwischt und Żuławski musste das Land verlassen.
Veranstalter: naTo e. V. und Zonic in Kooperation mit dem Polnischen Institut Berlin – Filiale Leipzig

Info: www.stylelines.de/post68www.nato-leipzig.dewww.zonic-online.de,www.niepodlegla.gov.pl

Jutta verbrachte zwei Semester ihres Politikstudiums in Warschau. Vier Jahre lang koordinierte sie außerdem im Museum des Warschauer Aufstands internationale Begegnungsprojekte. Dabei schaute sie den Kollegen im Stefan Starzynski Institut über die Schulter, die kulturelle Projekte rund um die dynamische Entwicklung Warschaus organisieren, um den Warschauern zu zeigen, in was für einer interessanten Stadt sie leben. Kein Wunder also, dass sie Warschau für die spannendste europäische Metropole hält! Nach einem weiteren kommunikationswissenschaftlichen Studium ist sie nun im Bereich Öffentlichkeitsarbeit tätig. Für Polen.pl schreibt sie seit 2012, natürlich am liebsten über die polnische Hauptstadt, außerdem über Erinnerungskultur in Deutschland und Polen und die Herausforderungen, die sich daraus ergeben. Mit Anna zusammen erstellt sie den Kalender „Co się dzieje“.

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