Die unterschiedliche deutsche Besatzungspolitik in Ost- und Westeuropa am Beispiel von Polen und Frankreich

Datum/Zeit
Date(s) - 05/09/2019
19:30 - 21:30

Veranstaltungsort
Maxhaus. Katholisches Stadthaus in Düsseldorf

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Zum 80. Jahrestag des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs
Die unterschiedliche deutsche Besatzungspolitik in Ost- und Westeuropa am Beispiel von Polen und Frankreich

Dr. Jochen Böhler, Imre Kertész Kolleg der Universität Jena

Zusammenarbeit: Polnisches Institut Düsseldorf, Maxhaus. Katholisches Stadthaus in Düsseldorf

Am 1. September 1939 überfiel das deutsche Dritte Reich sein östliches Nachbarland Polen und im Mai 1940 ihren westlichen Nachbarn Frankreich. Der Unterschied zwischen den beiden Ländern bestand bereits zu Beginn des Krieges auch darin , dass als Resultat des Hitler-Stalin-Paktes vom 23.08.1939 Polen am 17.09.1939 zusätzlich von der Sowjetunion angegriffen wurde. Die deutsche Besatzungszeit in Polen dauerte von 1939 bis 1945, die in Frankreich von 1940 bis 1944.

Doch unterschieden sich die Besatzungswirklichkeiten zusätzlich – wie in ganz West- und Osteuropa – diametral voneinander. Nirgends nahm die Verfolgung und Ermordung von Teilen der Bevölkerung, die planmäßige Vernichtung der Intelligenz, der Kulturgüter und wirtschaftlicher Infrastruktur solch furchtbare Dimensionen an wie in Polen und in den Ländern, die gemäß des „Generalplans Ost“ für deutsche Siedlungsprojekte vorgesehen waren.

Der Vortrag beleuchtet schlaglichtartig die deutschen Pläne für das besetzte West- und Osteuropa sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede der jeweiligen Besatzungsrealitäten, und fragt danach, welche Bedeutung diese Erfahrungen für die ehemals besetzten Länder bis heute haben.

Dr. Jochen Böhler ist Experte auf dem Gebiet der Holocaust- und Zweiter-Weltkriegs-Forschung. Von 2000 bis 2010 leitete er am Deutschen Historischen Institut in Warschau den Forschungsbereich „Krieg und Fremdherrschaft im Zeitalter der Extreme“. Seit 2010 arbeitet er am Imre Kertész Kolleg der Universität Jena, wo er Osteuropäische Geschichte unterrichtet. Zu seinen jüngsten Veröffentlichungen zählen Civil War in Central Europe. The Resurrection of Poland (Oxford 2018) und (mit Robert Gerwarth) The Waffen-SS. A European History (Oxford 2017).

Das Land an der Weichsel hat das Interesse des in der Schweiz lebenden Agraringenieurs und Eisenbahnplaners vor über zehn Jahren geweckt und ihn seitdem nicht mehr losgelassen. In Berlin aufgewachsen, fand er es unpassend, sich in Afrika und im Nahen Osten besser auszukennen, als in seinem Nachbarland. Nachdem sich die Polnische Sprache vehement gegen das Lernen lassen gesträubt hat, hat er diese Herausforderung angenommen und ringt noch immer mit ihr. Er reist jährlich nach Polen und entdeckt ein spannendes und kulturell reiches Land mit sehr angenehmen Menschen. Wenn er Zeit findet, befasst er sich als Genealoge mit der Erforschung der Geschichte seiner aus dem damaligen Hinterpommern und Ostpreussen stammenden Vorfahren.

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