DOK Day: Komunia / Kommunion

Datum/Zeit
Date(s) - 25/05/2018
19:30 - 21:30

Veranstaltungsort
Kirchencafé

Kategorien


Ola ist 14 Jahre alt, ihr Bruder Nikodem ein Jahr jünger. Die Vorbereitungen für seine Erstkommunion in der masowischen Provinz laufen auf Hochtouren, sind jedoch nicht ganz unkompliziert – denn Nikodem ist Autist und denkt nicht daran, das zu tun, was alle von ihm erwarten. Er ist überzeugt, dass er in Wirklichkeit ein Schimpanse ist und ihm irgendwann Haare und Krallen wachsen. Hinzu kommt, dass die Mutter mit einem anderen Mann zusammen gezogen ist und der Vater sich ebenfalls herzlich wenig um seine Kinder kümmert, die in der Enge ihrer in die Jahre gekommenen Wohnung zu ersticken drohen. Also muss Ola im Expresstempo erwachsen werden und selbst die Zügel in die Hand nehmen. Mit allen Kräften versucht sie, die zerbröselnde Familie wieder zusammenzuführen. Und um den Haushalt muss sich ja auch noch jemand kümmern.

Die junge Regisseurin Anna Zamecka hatte ursprünglich einen Kurzspielfilm drehen wollen, empfand dann aber die wahre Geschichte von Ola und ihrer Familie als spannender. Mit empathischer, dezenter Kamera und großer Nähe folgt sie ihren tragischen Helden und erzählt damit eine Geschichte, die mehr als nur den Umgang einer Gesellschaft mit Behinderten schildert.

Anna Zamecka studierte Journalismus, Kulturanthropologie und Fotografie in Warschau und Kopenhagen, außerdem absolvierte sie das Programm „DOK PRO“ an der Wajda Film School. Für ihr Dokumentarfilmdebüt „Komunia” wurde sie u. a. auf Festivals in Locarno, Jihlava, Bratislava, Minsk und Leipzig ausgezeichnet.

Veranstalter: DOK Leipzig, Katholische Pfarrei Liebfrauen Leipzig-Lindenau und Polnisches Institut Berlin – Filiale Leipzig

Jutta verbrachte zwei Semester ihres Politikstudiums in Warschau. Vier Jahre lang koordinierte sie außerdem im Museum des Warschauer Aufstands internationale Begegnungsprojekte. Dabei schaute sie den Kollegen im Stefan Starzynski Institut über die Schulter, die kulturelle Projekte rund um die dynamische Entwicklung Warschaus organisieren, um den Warschauern zu zeigen, in was für einer interessanten Stadt sie leben. Kein Wunder also, dass sie Warschau für die spannendste europäische Metropole hält! Nach einem weiteren kommunikationswissenschaftlichen Studium ist sie nun im Bereich Öffentlichkeitsarbeit tätig. Für Polen.pl schreibt sie seit 2012, natürlich am liebsten über die polnische Hauptstadt, außerdem über Erinnerungskultur in Deutschland und Polen und die Herausforderungen, die sich daraus ergeben. Mit Anna zusammen erstellt sie den Kalender „Co się dzieje“.

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