Ein Abend für Grażyna Bacewicz

Datum/Zeit
Date(s) - 13/09/2019
18:30 - 21:30

Veranstaltungsort
Polnisches Institut Leipzig

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Die Komponistin, Konzertmeisterin, Violinistin und Autorin Grażyna Bacewicz (geb. am 05.02.1909 in Łódź, gest. am 17.01.1969 in Warschau) stammte aus einer polnisch-litauischen Familie mit tief verwurzelten Musiktraditionen. Zunächst brachte ihr Vater ihr das Klavier- und Violinspiel bei. Eine professionelle Ausbildung erhielt sie am Staatlichen Konservatorium in Warschau, wo sie Violine, Klavier und Musiktheorie studierte. Nach Abschluss ihres Studiums erhielt sie 1932 mit Unterstützung von Ignacy Jan Paderewski ein Stipendium für eine Ausbildung bei der französischen Komponistin Nadia Boulanger an der Ecole Normale de Musique in Paris. In den folgenden Jahrzehnten führten sie zahlreiche Konzertreisen nach Frankreich, Spanien, Belgien, Rumänien, Ungarn, in die Tschechoslowakei und die UdSSR.

Wie viele Komponisten, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Polen geboren wurden, war Bacewicz zunächst stark von den Arbeiten Karol Szymanowskis beeinflusst. Die meisten ihrer Werke können jedoch als neoklassisch eingestuft werden, weil sie sich auf Formen und Genres beziehen, die sich während des Klassik entwickelten. Ihr Spiel zeichnete sich durch makellose Intonation, rhythmische Präzision und Sinn für Form und Stil aus. In den 1950er-Jahren gab sie ihre Konzerttätigkeit auf und widmete sich hauptsächlich dem Komponieren.
Bacewicz schrieb sieben Violinkonzerte, ein Bratschenkonzert und zwei Cellokonzerte, darüber hinaus Streichquartette, fünf Sonaten für Violine und Klavier, ein Bläserquintett eine Funkoper, Präludien und zwei Sonaten für Solo-Violine. Zu ihren zahlreichen musikalischen Werken gehören „Przygoda króla Artura“ (Das Abenteuer des König Artus), „De profundis clamavi ad te, domine“ und eine Suite. Heute gilt sie als Meisterin der Instrumentation und eine der bedeutendsten Vertreterinnen der modernen polnischen Musik.
Weniger bekannt ist, dass Bacewicz sich auch als Schriftstellerin betätigte – sie veröffentlichte Novellen, Romane und Theaterstücke. Anlässlich ihres 110. Geburtstags und 50. Todestags wurde in Polen ihr kurz vor ihrem Tod erschienener Kriminalroman „Sidła“ (Die Schlinge) aus dem Jahr 1968 als Buch und Hörspiel wiederveröffentlicht.
Veranstalter: Polnisches Institut Berlin – Filiale Leipzig in Kooperation mit der Musikschule Leipzig „Johann Sebastian Bach“

Jutta verbrachte zwei Semester ihres Politikstudiums in Warschau. Vier Jahre lang koordinierte sie außerdem im Museum des Warschauer Aufstands internationale Begegnungsprojekte. Dabei schaute sie den Kollegen im Stefan Starzynski Institut über die Schulter, die kulturelle Projekte rund um die dynamische Entwicklung Warschaus organisieren, um den Warschauern zu zeigen, in was für einer interessanten Stadt sie leben. Kein Wunder also, dass sie Warschau für die spannendste europäische Metropole hält! Nach einem weiteren kommunikationswissenschaftlichen Studium ist sie nun im Bereich Öffentlichkeitsarbeit tätig. Für Polen.pl schreibt sie seit 2012, natürlich am liebsten über die polnische Hauptstadt, außerdem über Erinnerungskultur in Deutschland und Polen und die Herausforderungen, die sich daraus ergeben. Mit Anna zusammen erstellt sie den Kalender „Co się dzieje“.

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