Film: Der Prinz und der Dibbuk

Datum/Zeit
Date(s) - 18/03/2019
19:00 - 20:45

Veranstaltungsort
Tschechisches Zentrum

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Der Prinz und der Dibbuk

Dok, R: Elwira Niewiera & Piotr Rosołowski, PL/D 2017, 82 min, ital.-eng.-poln. OmdU

anschl. Gespräch mit Elwira Niewiera in deutscher Sprache

Ort: Tschechisches Zentrum, Wilhelmstraße 44 / Eingang Mohrenstraße, 10117 Berlin

Mit 37 von insgesamt 147 Filmen war Michał Waszyński der produktivste polnische Regisseur der Zwischenkriegszeit. Nach 1945, als er in Italien lebte und sich der „Prinz“ bzw. Michael Waszyński nannte, produzierte er einige der größten Hollywood-Filme seiner Zeit, u.a. „Der Untergang des römischen Reiches“. Aus seinem für kassenwirksame Melodramen und Komödien bekannten Werk sticht jedoch ein Film heraus, „Der Dybbuk“. Das mystische Drama um eine von der Seele eines Toten (Dybbuk) heimgesuchten Braut gilt als eines der wichtigsten Zeugnisse der polnisch-jüdischen Kultur.

„Der Prinz und der Dybbuk“ von Elwira Niewiera und Piotr Rosołowski zeichnet das leise Porträt eines der geheimnisvollsten Menschen der polnischen Filmgeschichte, der sich selbst wie in einem Drehbuch inszenierte und doch stets von der Suche nach seiner verlorenen Identität getrieben war. Denn der „Prinz” war keiner, sondern wurde 1904 als Mosze Waks im polnischen Schtetl geboren, konvertierte aber als junger Mann zum Katholizismus und änderte seinen Namen. Er nahm in Kauf, dass seine orthodoxe Familie ihn aus dem Gedächtnis verbannte. War „Der Dybbuk“ sein Versuch, den eigenen, ihm innewohnenden Dämon zu besiegen und Frieden mit der Vergangenheit zu finden, die durch den Holocaust ein zweites Mal endgültig gelöscht wurde?

Historische Aufnahmen, Interviews und großartig von Piotr Rosołowskis Kamera in Szene gesetzte Traumsequenzen erzählen von Haltlosigkeit im Strudel der Zeit.

„Der Prinz und der Dybbuk“ war Eröffnungsfilm von filmPOLSKA 2018. In Venedig wurde Film 2017 mit dem Goldenen Löwen für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet.

Eine Veranstaltung des Polnisches Institut Berlin und des Tschechisches Zentrum Berlin im Rahmen von von EUNIC Berlin — Die europäischen Kulturinstitute

Info: www.prinz-dybbuk.de, berlin.czechcentres.cz

 

Das Land an der Weichsel hat das Interesse des in der Schweiz lebenden Agraringenieurs und Eisenbahnplaners vor über zehn Jahren geweckt und ihn seitdem nicht mehr losgelassen. In Berlin aufgewachsen, fand er es unpassend, sich in Afrika und im Nahen Osten besser auszukennen, als in seinem Nachbarland. Nachdem sich die Polnische Sprache vehement gegen das Lernen lassen gesträubt hat, hat er diese Herausforderung angenommen und ringt noch immer mit ihr. Er reist jährlich nach Polen und entdeckt ein spannendes und kulturell reiches Land mit sehr angenehmen Menschen. Wenn er Zeit findet, befasst er sich als Genealoge mit der Erforschung der Geschichte seiner aus dem damaligen Hinterpommern und Ostpreussen stammenden Vorfahren.

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