Fünf Oktobertage in Kraków

Datum/Zeit
Date(s) - 18/09/2019 - 02/11/2019
Ganztägig

Veranstaltungsort
Polnisches Institut Leipzig

Kategorien


Vernissage: 18.09.2019 / 19:00 Uhr
in Anwesenheit des Künstlers
Wo waren Sie im Oktober 1989? Diese Frage stellt man in Leipzig gern, um sich an die Zeit der friedlichen Revolution zu erinnern. Der Fotograf Harald Kirschner hat seinerzeit in Kraków – schon damals Partnerstadt Leipzigs – die Gruppenausstellung „Die Stadt – Leipziger Bilder” begleitet. Sie war ein Beitrag Leipziger Fotografen des Verbandes Bildender Künstler zu den dortigen Kulturtagen.
Für Kirschner und seine Kollegen kam es dann aber zu einem besonderen Erlebnis. Krakauer Demonstranten solidarisierten sich mit den Demonstranten in Leipzig und starteten einen spektakulären Protest: Sie mauerten die Türen des DDR-Kulturzentrums zu, drückten auf Plakaten und Transparenten ihre Solidarität mit dem Neuen Forum in der DDR aus und verwiesen so pointiert auf den totalitären Charakter der DDR, die doch für viele ein Gefängnis war. Das war sicher auch der Tatsache geschuldet, dass seinerzeit in Polen bereits der erste nicht-kommunistische Ministerpräsident Tadeusz Mazowiecki ins Amt gekommen war. In Polen hatte man bereits mehr Freiräume erkämpfen können als in der DDR.

Die Ausstellung dokumentiert fotografisch die Solidaritätsbekundungen der Polen mit den Demonstranten in Leipzig und der Opposition im Nachbarland.

Harald Kirschner wurde 1944 in Reichenberg (heute Liberec, Tschechische Republik) geboren und ist in Altentreptow (Mecklenburg-Vorpommern) aufgewachsen. Auf eine Fotografenlehre 1963–1965 in Loitz (M-V) folgten 1968–1973 ein Fotografiestudium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig mit Diplomabschluss und anschließend bis eine Dozentur an der HGB. Seit 1981 ist Kirschner freischaffend tätig, u.a. war er 1993–2003 als Fotograf für Buchpublikationen bei Pro Leipzig e.V. tätig. Er lebt und arbeitet in Leipzig mit Arbeitsschwerpunkt sozialdokumentarische Fotografie und Reportage. International ist er mit zahlreichen Bildbänden und Ausstellungen vertreten.

Jutta verbrachte zwei Semester ihres Politikstudiums in Warschau. Vier Jahre lang koordinierte sie außerdem im Museum des Warschauer Aufstands internationale Begegnungsprojekte. Dabei schaute sie den Kollegen im Stefan Starzynski Institut über die Schulter, die kulturelle Projekte rund um die dynamische Entwicklung Warschaus organisieren, um den Warschauern zu zeigen, in was für einer interessanten Stadt sie leben. Kein Wunder also, dass sie Warschau für die spannendste europäische Metropole hält! Nach einem weiteren kommunikationswissenschaftlichen Studium ist sie nun im Bereich Öffentlichkeitsarbeit tätig. Für Polen.pl schreibt sie seit 2012, natürlich am liebsten über die polnische Hauptstadt, außerdem über Erinnerungskultur in Deutschland und Polen und die Herausforderungen, die sich daraus ergeben. Mit Anna zusammen erstellt sie den Kalender „Co się dzieje“.

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