Gemeinsam Geschichte schreiben. Chancen und Herausforderungen des neuartigen Schulbuchprojekts „Europa – Unsere Geschichte“.

Datum/Zeit
Date(s) - 05/09/2019
19:00 - 21:00

Veranstaltungsort
Buchbund - deutsch-polnische Buchhandlung

Kategorien


Deutschland und Polen haben eine lange gemeinsame Geschichte, in der es verbindende, aber auch schwie- rige, trennende Elemente gibt. Historische Ereignisse selbst können überall zum Gegenstand oder Bezugs- punkt aktueller Konflikte werden und Dialog über die im doppelten Wortsinn „geteilte Geschichte“ (shared and divided) ist daher sehr wichtig. Er kann helfen, Brücken zu bauen, anstatt Gräben zu vertiefen.

Vor diesem Hintergrund kann man die symbolische und bildungspolitische Bedeutung des gemeinsamen Schulbuchprojekts kaum überschätzen: Unter dem Titel „Europa – Unsere Geschichte“ erscheint 2016–2020 eine vierbändige Lehrwerkreihe für den regulären Geschichtsunterricht in Deutschland und in Polen. Es ist umso bemerkenswerter, dass die ehemaligen Kriegsgegner Deutschland und Polen über viele Jahre gemein- sam ein europäisches Geschichtsbuch erarbeiten, obwohl die Zusammenarbeit in Europa auch heute nicht konfliktfrei ist und Kontroversen über historische Fragen immer wieder in der Öffentlichkeit ausgetragen werden. Ziel des Schulbuchs ist es, die Vielgestaltigkeit Europas und die Pluralität europäischer Erinnerungs- kulturen sichtbar zu machen, in altersgemäßer Weise den Blick dafür zu schärfen, wie Geschichte geschrieben und historische Erinnerung konstruiert wird, zum Perspektivenwechsel anzuregen und gegenseitiges Verste- hen und Empathie zu fördern.

Zusammen mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie der Stadt Berlin lädt das Georg-Eckert- Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig zu einer Diskussion ein, die Hintergrund und Ziele sowie Chancen und Herausforderungen des gemeinsamen Geschichtsbuchprojekts be- leuchten soll. Wir freuen uns auf Ihr Kommen! Unsere Gäste sind:

Andrzej Dusiewicz (polnischer Schulbuchverlag „Wydawnictwa Szkolne i Pedagogiczne“)
Dr. Dominik Pick (Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften)
Dr. Thomas Strobel (Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg)
Joanna Zaborowski (Oberschullehrerin für Geschichte, Sprecherin des deutsch-polnischen Arbeitskreises für Lehrerinnen und Lehrer bei der Gemeinsamen Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission)

Moderation: Dorothea Traupe (freie Trainerin und Übersetzerin)

Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Polnisch statt. Bitte schreiben Sie eine kurze Nachricht an info@buchbund.de, wenn Sie ein Headset für die Dolmetschung benötigen.

Die Lehrwerkreihe „Europa – Unsere Geschichte“ entsteht in einer deutsch-polnischen Kooperation von Expert*innen aus Wissenschaft, Bildungspraxis und Verlagen und berücksichtigt die curricularen Vorgaben beider Länder. Herausgegeben wird die Schulbuchreihe von der Gemeinsamen Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission in Zusammenarbeit mit dem Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig und dem Zentrum für Historische Forschung Berlin der Pol- nischen Akademie der Wissenschaften, die gemeinsam auch die wissenschaftliche Koordination innehaben. Weitere Informationen finden Sie unter

http://europa-unsere-geschichte.org

Jutta verbrachte zwei Semester ihres Politikstudiums in Warschau. Vier Jahre lang koordinierte sie außerdem im Museum des Warschauer Aufstands internationale Begegnungsprojekte. Dabei schaute sie den Kollegen im Stefan Starzynski Institut über die Schulter, die kulturelle Projekte rund um die dynamische Entwicklung Warschaus organisieren, um den Warschauern zu zeigen, in was für einer interessanten Stadt sie leben. Kein Wunder also, dass sie Warschau für die spannendste europäische Metropole hält! Nach einem weiteren kommunikationswissenschaftlichen Studium ist sie nun im Bereich Öffentlichkeitsarbeit tätig. Für Polen.pl schreibt sie seit 2012, natürlich am liebsten über die polnische Hauptstadt, außerdem über Erinnerungskultur in Deutschland und Polen und die Herausforderungen, die sich daraus ergeben. Mit Anna zusammen erstellt sie den Kalender „Co się dzieje“.

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