Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg beginnt die 1958 geborene polnische Verlegerin und Autorin Monika Sznajderman, die Geschichte ihrer ermordeten jüdischen Familie zu rekonstruieren. Ihr Vater hatte über seine Odyssee durch die Konzentrations- und Vernichtungslager, seine Flucht und die Rückkehr nach Warschau nie sprechen wollen. Gleichzeitig hatten die letzten jüdischen Familienangehörigen Polen in der Nachkriegszeit verlassen, nachdem es dort zu antijüdischen Pogromen gekommen war.

Lesung und Gespräch mit Monika Sznajderman: Die Pfefferfälscher – Geschichte einer Familie

Datum/Zeit
Date(s) - 27/11/2018
19:00 - 21:00

Veranstaltungsort
NS-Dokumentationszentrum München, Auditorium

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Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg beginnt die 1958 geborene polnische Verlegerin und Autorin Monika Sznajderman, die Geschichte ihrer ermordeten jüdischen Familie zu rekonstruieren. Ihr Vater hatte über seine Odyssee durch die Konzentrations- und Vernichtungslager, seine Flucht und die Rückkehr nach Warschau nie sprechen wollen. Gleichzeitig hatten die letzten jüdischen Familienangehörigen Polen in der Nachkriegszeit verlassen, nachdem es dort zu antijüdischen Pogromen gekommen war. In „Die Pfefferfälscher“ kontrastiert Sznajderman diese Erzählung über ihre jüdischen Vorfahren mit dem Familiennarrativ ihrer polnisch-katholischen Oberschichtsfamilie mütterlicherseits, die vom Verschwinden der Juden in ihrer direkten Umgebung praktisch keine Notiz nahm.

Die Geschichte, die Monika Sznajderman aus Interviews, Briefen, Fotos und veröffentlichten Quellen rekonstruiert, zeugt eindringlich von der Tragik des jahrhundertelangen polnisch-jüdischen Zusammenlebens, die nicht nur ihre Familie, sondern die ganze Gesellschaft bis heute prägt.

Die freie Journalistin Judith Leister spricht an diesem Abend mit Monika Sznajderman über ihre konfliktreiche persönliche Geschichte und aktuelle Bezüge zum Stand von Vergangenheitsaufarbeitung und Erinnerungspolitik in Polen.

Ort NS-Dokumentationszentrum München, Auditorium

Eintritt frei

Veranstalter NS-Dokumentationszentrum München in Kooperation mit dem Kulturzentrum der Israelitischen Kultusgemeinde München & Oberbayern und der Deutsch-Polnischen Gesellschaft München

Anna studierte in Münster und Regensburg Vergleichende Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft und Geschichte mit den Schwerpunkten Polen und Frankreich. Außerdem interessiert sie sich sehr für Russland. Zahlreiche, teilweise längere Aufenthalte in Polen, vor allem Praktika in Warschau, brachten ihr Sprache, Land und Leute näher. Bei Polen.pl kümmert sie sich gemeinsam mit Jutta um die allmonatliche deutsch-polnische Terminübersicht ‘Co się dzieje’ und schreibt in den Rubriken Kultur, Gesellschaft und Politik.

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