Oma kommt aus Schlesien – Die Erinnerungen der zweiten Generation

Datum/Zeit
Date(s) - 13/10/2018 - 14/10/2018
Ganztägig

Veranstaltungsort
Martin-Opitz-Bibliothek

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Herkunftsgeschichten bewegen Familien – bis heute sind Fluchtschicksale dabei von großer Aktualität. Mehr als 25 Prozent der Deutschen geben an, dass sie selbst oder ein Familienmitglied zu den deutschen Heimatvertriebenen zählen. Aufgewachsen mit den Geschichten „aus der Heimat“ oder auch nur mit einem undefinierbaren Gefühl, nicht hierher zu gehören: Viele Kinder und Enkel tragen an der Last der Erinnerungen und den Traumata der vertriebenen Vorfahren. Die Erfahrungen der Erlebnisgeneration haben auch in ihrem Leben Spuren hinterlassen und prägen oft unbewusst bis heute ihr Leben und ihre Familien. Auch wenn sie bereits in der „neuen Heimat“ geboren wurden und keine eigenen Erinnerungen an Schlesien haben, übertrugen sich die Fluchterfahrungen und das Fremdheitsgefühl der Eltern auf die Nachkommen. Die aus der Erfahrung der Entwurzelung heraus entwickelten Verhaltensweisen und Ängste haben sich teilweise bis in die Enkelgeneration hinein „vererbt“.

In diesem Rahmen befasst sich das Seminar von HAUS SCHLESIEN und dem Kulturreferenten für Oberschlesien mit den Erfahrungen und Erkenntnissen zum Umgang mit Flucht und Vertreibung in den Familien. Dies geschieht durch die Beleuchtung unterschiedlicher Aspekte in diversen Fachvorträgen von Wissenschaftlern und Autoren. In den anschließenden Gesprächsrunden können die Teilnehmer dann auf einer fundierten Grundlage die Thesen diskutieren und eigene Erfahrungen und Eindrücke austauschen.

Dadurch entsteht nicht nur die Möglichkeit, die Situation der Erlebnisgeneration und die eigenen Erfahrungen nachzuvollziehen und einzuordnen, so trägt vor allem der Austausch untereinander dazu bei, die individuelle Familiengeschichte aufzuarbeiten, sich mit den Gefühlen von Heimatlosigkeit auseinanderzusetzen und eigene Verhaltensmuster zu verstehen.

Weitere Informationen hier.

Jutta verbrachte zwei Semester ihres Politikstudiums in Warschau. Vier Jahre lang koordinierte sie außerdem im Museum des Warschauer Aufstands internationale Begegnungsprojekte. Dabei schaute sie den Kollegen im Stefan Starzynski Institut über die Schulter, die kulturelle Projekte rund um die dynamische Entwicklung Warschaus organisieren, um den Warschauern zu zeigen, in was für einer interessanten Stadt sie leben. Kein Wunder also, dass sie Warschau für die spannendste europäische Metropole hält! Nach einem weiteren kommunikationswissenschaftlichen Studium ist sie nun im Bereich Öffentlichkeitsarbeit tätig. Für Polen.pl schreibt sie seit 2012, natürlich am liebsten über die polnische Hauptstadt, außerdem über Erinnerungskultur in Deutschland und Polen und die Herausforderungen, die sich daraus ergeben. Mit Anna zusammen erstellt sie den Kalender „Co się dzieje“.

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