Wer die Betulichkeit und politische Korrektheit der meisten deutsch-polnischen Filme schätzt, sollte um diesen Streifen einen großen Bogen machen.

Polska Love Serenade

Datum/Zeit
Date(s) - 27/11/2018
20:00 - 22:00

Veranstaltungsort
Thalia Cinema

Kategorien


Deutsch-polnische Culture-Clash-Roadmovies

Komödie, R: Monika Wojtyłło, D/PL 2008, 75 min, dt. OF

Ort: Thalia Cinema, Coffee and Cigarettes, Görlitzer Straße 6, 01099 Dresden

Polski Transfer” – Filmprogramm zum Festival des aktuellen polnischen Theaters (22.11.–02.12.2018)

 Wer die Betulichkeit und politische Korrektheit der meisten deutsch-polnischen Filme schätzt, sollte um diesen Streifen einen großen Bogen machen. Denn dieser wirft sich mit Verve und Hochgeschwindigkeit in die fettnäpfchenreiche Welt der (Miss-)Verständigung links und rechts der Grenze.
In dem chaotisch-sympathischen Roadmovie treffen der spießige Möchtegern-Jurist Max (Sebastian Schwarz) auf der Suche nach „deutschem“ Boden und der leicht verspulte Berlin-Flüchtling Anna (Claudia Eisinger), die sich in Polen ihr Auto klauen lassen will, zufällig aufeinander. Gemeinsam schlittern sie als Reisegruppe wider Willen mitten in den polnischen Provinz-Alltag – und das zu Weihnachten, wo die Zeit stillsteht und ein Hauch von Magie die matschige Welt durchweht.
Bei reichlich Wodka marschiert ein skurriles Typen-Ensemble auf (in einer Nebenrolle Katharina Wackernagel als hochschwangere Schmugglerin) und zelebriert die Nachbarschaft an Oder und Neiße auf ganz eigene Weise. Selten war Komik in einem deutsch-polnischen Film im doppelten Sinne so „geistreich“ – der TV-Sender arte kündigte einst den Film sogar irrtümlich und doch korrekt als „Wodka Love Serenade“ an.

Jutta verbrachte zwei Semester ihres Politikstudiums in Warschau. Vier Jahre lang koordinierte sie außerdem im Museum des Warschauer Aufstands internationale Begegnungsprojekte. Dabei schaute sie den Kollegen im Stefan Starzynski Institut über die Schulter, die kulturelle Projekte rund um die dynamische Entwicklung Warschaus organisieren, um den Warschauern zu zeigen, in was für einer interessanten Stadt sie leben. Kein Wunder also, dass sie Warschau für die spannendste europäische Metropole hält! Nach einem weiteren kommunikationswissenschaftlichen Studium ist sie nun im Bereich Öffentlichkeitsarbeit tätig. Für Polen.pl schreibt sie seit 2012, natürlich am liebsten über die polnische Hauptstadt, außerdem über Erinnerungskultur in Deutschland und Polen und die Herausforderungen, die sich daraus ergeben. Mit Anna zusammen erstellt sie den Kalender „Co się dzieje“.

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