Warschau beim Tag des Offenen Denkmals

Datum/Zeit
Date(s) - 08/09/2019
11:00 - 17:30

Veranstaltungsort
Polnisches Institut Düsseldorf

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Zum 80. Jahrestag des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs – 30 Jahre Städtepartnerschaft Warschau-Düsseldorf

11.00 Uhr: Führung durch die Ausstellung “Der Unterschied in Ähnlichkeit” der Warschauer und Düsseldorfer Künstler durch die kuratorin Kasia Lorenc (Curated Affairs)

13.00 Uhr: „Rekonstruktion, Revitalisierung, Kreation – Warschau nach 1945“. Multimedia-Vortrag (30 ´) in Englisch von Urszula Zielińska-Meissner, Kunsthistorikerin, Amt für Denkmalschutz der Hauptstadt Warschau und Vorführung des Dokumentarfilms (10´) über Warschau

Nach dem Zweiten Weltkrieg sah sich Warschau, das zu fast 86% von den Deutschen zerstört wurde, mit einer Reihe von Fragen zum Wiederaufbau konfrontiert. Bereits im Februar 1945 wurde das Büro zum Wiederaufbau der Hauptstadt gegründet, das bis 1951 gearbeitet hat und zahlreiche Architekten, Stadtplaner, Ingenieure verschiedener Fachrichtungen, Ökonomen und Juristen beschäftigte. Besonderes Augenmerk wurde auf die Rekonstruktion historischer Gebäude gelegt. Dank der ungeheuerlichen Anstrengung der Warschauer Bewohner konnten Hunderttausende Tonnen Schutt beseitigt und Flächen für neue Wohnsiedlungen und Straßen frei gelegt werden, wobei der Schwerpunkt auf den Wohn- und Sozialbedürfnissen der Menschen lag. Trotz der ideologischen Vorgaben konnten sich die meisten vor dem Krieg gebildeten Architekten mehr auf funktionale Fragen konzentrieren, die oft aus der Moderne kamen.

16.00 Uhr: „Zensur gegen Kulturschaffende“ – Gespräch mit Błażej Torański, Journalist und Buchautor: “Knebel. Zensur in der Volksrepublik Polen“. Moderation: Bernhard Hartmann. „Knebel. Zensur in der Volksrepublik Polen” von Błażej Torański ist eine Aufzeichnung der Gespräche des Autors mit polnischen Kulturschaffenden über ihre Auseinandersetzungen mit den kommunistischen Zensoren vom Hauptamt für die Kontrolle von Presse, Publikationen und Aufführungen. Unter den interviewten Kulturschaffenden befinden sich u.a. Krzysztof Zanussi, prof. Andrzej Paczkowski, Kazimierz Orłoś, Adam Zagajewski Lech Majewski (grafik), Jan Pietrzak, Andrzej Strumiłło, Marcin Wolski und Grzegorz Królikiewicz.

Präsentierte Ausstellung mit Künstlern aus Warschau und aus Düsseldorf: „Teil 1: Der Unterschied in Ähnlichkeit. Mateusz Chorobski, Katja Tönnissen, Marzena Nowak, Thomas Musehold“

Nach Wunsch: Dokumentarfilm „Depolma“ (15´) über die Restaurierung des Hauses Citadellstrasse 7 durch Krakauer Werkstätten für Denkmalpflege.

Beschreibung des Denkmals: Polnisches Institut Düsseldorf
Adresse: Citadellstraße 7, 40213 Düsseldorf Karlstadt

Zweigeschossiges, verputztes Haus mit Hofflügeln. Teil der westlichen Blockrandbebauung der Citadellstraße, 1684 vom kurfürstlichen Kammerfourier Johann Georg Geinier errichtet. Bebauung fast vollständig aus dem 17.-18. Jh. Ende 18. Jh. Modernisierung durch Hofrat Daniels, in barockem Stil dekoriert. 1979-80 von Krakauer Werkstätten für Denkmalpflege aufwendig saniert. Seit 1993 Sitz des Polnischen Instituts, einer Einrichtung des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten der Republik Polen.

Das Land an der Weichsel hat das Interesse des in der Schweiz lebenden Agraringenieurs und Eisenbahnplaners vor über zehn Jahren geweckt und ihn seitdem nicht mehr losgelassen. In Berlin aufgewachsen, fand er es unpassend, sich in Afrika und im Nahen Osten besser auszukennen, als in seinem Nachbarland. Nachdem sich die Polnische Sprache vehement gegen das Lernen lassen gesträubt hat, hat er diese Herausforderung angenommen und ringt noch immer mit ihr. Er reist jährlich nach Polen und entdeckt ein spannendes und kulturell reiches Land mit sehr angenehmen Menschen. Wenn er Zeit findet, befasst er sich als Genealoge mit der Erforschung der Geschichte seiner aus dem damaligen Hinterpommern und Ostpreussen stammenden Vorfahren.

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