Wszystko na sprzedaż / Alles zu verkaufen

Datum/Zeit
Date(s) - 05/03/2019
20:00 - 22:00

Veranstaltungsort
Polnisches Institut Leipzig

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Im Feburar 1969 öffnete in Leipzig am Brühl Nr. 9 das „Polnische Informations- und Kulturzentrum“ seine Pforten. Theoretisch hätte zur Eröffnung dieser Klassiker von Andrzej Wajda im frisch gezimmerten Kinosaal laufen können, denn der feierte kurz zuvor, am 28. Januar 1969, seine Premiere. Setzen wir uns also gemeinsam in die Zeitmaschine und beamen uns zurück in die Sechzigerjahre – das Jahrzehnt der Anti-Baby-Pillen, Schlaghosen, Winnetou-Filme und Mondlandungen!
Die Filmproduktion war immer wieder Thema bei Andrzej Wajda, aber nie war sie so präsent wie in seinen zwei Filmen „Wszystko na sprzedaż“ und 40 Jahre später „Tatarak / Der Kalmus“. Beide Leinwand-Experimente haben gemeinsam, dass sie die aus dem Fiktiven ausbrechen, die Grenzen zwischen Film und Wirklichkeit verwischen, Schauspieler unter ihren richtigen Namen auftreten lassen und sich auf diese Weise kritisch, aber auch ästhetisch ausgeformt mit dem Bezug von Film und Realität auseinandersetzen. Und in beiden Werken ist der Tod das Moment, das die Handlung ins Rollen bringt.
Im Fall von „Wszystko na sprzedaż“ ist es der Tod des Schauspielers Zbigniew Cybulski, des Hauptdarstellers aus Wajdas „Asche und Diamant“. Wajda wollte noch einmal einen Film mit dem „polnischen James Dean“ in der Hauptrolle drehen, erfuhr jedoch im Januar 1967 von dessen tödlichem Unfall in Wrocław. Also entstand statt eines Films mit Cybulski ein Film über Cybulski – oder besser: ein Film ohne Cybulski. Und es wurde ein ganz besonderer, nämlich (im Gegensatz zu Wajdas üblicher Arbeitsweise) ein Film ohne Drehbuch, in großen Teilen improvisiert und gemeinsam mit den beteiligten Schauspielern erarbeitet, die ihre eigenen Texte sprachen.
Die Handlung: Bei Dreharbeiten verschwindet der Hauptdarsteller spurlos. Der Regisseur Andrzej und sein Drehstab überlegen, wie sie das Werk ohne ihn vollenden könnten. Der erste Gedanke, ohne ihn zu Ende zu drehen, wird verworfen. Stattdessen engagiert man den talentierten Jungschauspieler Daniel (Wajda-Stammpersonal: Daniel Olbrychski), der in die Fußstapfen seines Vorgängers treten soll. Der hat jedoch andere Pläne.
Veranstalter: Polnisches Institut Berlin – Filiale Leipzig

Jutta verbrachte zwei Semester ihres Politikstudiums in Warschau. Vier Jahre lang koordinierte sie außerdem im Museum des Warschauer Aufstands internationale Begegnungsprojekte. Dabei schaute sie den Kollegen im Stefan Starzynski Institut über die Schulter, die kulturelle Projekte rund um die dynamische Entwicklung Warschaus organisieren, um den Warschauern zu zeigen, in was für einer interessanten Stadt sie leben. Kein Wunder also, dass sie Warschau für die spannendste europäische Metropole hält! Nach einem weiteren kommunikationswissenschaftlichen Studium ist sie nun im Bereich Öffentlichkeitsarbeit tätig. Für Polen.pl schreibt sie seit 2012, natürlich am liebsten über die polnische Hauptstadt, außerdem über Erinnerungskultur in Deutschland und Polen und die Herausforderungen, die sich daraus ergeben. Mit Anna zusammen erstellt sie den Kalender „Co się dzieje“.

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